Rasenduft ist ein Alarmsignal: Gräser senden SOS
Rasenduft ist ein Alarmsignal: Gräser senden SOS

Der Duft von frisch gemähtem Rasen weckt bei vielen Menschen sommerliche Erinnerungen an Kindheit und Freiheit. Doch was die meisten nicht wissen: Dieses Aroma ist in Wahrheit ein stiller Hilferuf der Pflanzen. Eine Studie aus dem Jahr 2009 zeigte zwar, dass der Duft Stress senken und Nervenzellen schützen kann. Dennoch handelt es sich um ein Warnsignal, wie myHOMEBOOK berichtet.

Gras schlägt Alarm bei Verletzung

Wird Gras geschnitten, setzt es Duftstoffe frei – vor allem cis-3-Hexenom. Dieser Stoff unterstützt die Wundheilung, kurbelt den Stoffwechsel an und schützt vor Infektionen. Gleichzeitig soll er Fressfeinde fernhalten. Für den Rasen bedeutet das Mähen einen Notfall: Er wird geschwächt und anfällig. Auf den Rasenmäher hat das Signal zwar keine Wirkung, für manche Insekten ist cis-3-Hexenom jedoch giftig.

Dauerstress durch häufiges Mähen

In der Natur würden Gräser diesen Duftstoff nur selten freisetzen. Im heimischen Garten sieht das anders aus: Eine Umfrage des Herstellers Stihl aus dem Jahr 2022 ergab, dass viele Gartenbesitzer ihren Rasen alle zwei Wochen schneiden – manche sogar wöchentlich. Dies führt zu Dauerstress für den Rasen und einer deutlich erhöhten Produktion von Duftstoffen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Persönliche Erinnerungen an den Duft

Dr. Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft kennt die Studienlage. Neue Erkenntnisse gebe es nicht, sagt er. Persönlich verbinde er den Geruch eines frisch gemähten Rasens oder einer frisch gemähten Wiese mit positiven Erinnerungen an seine Kindheit und Tätigkeiten in der Landwirtschaft.

Rasenschnitt sinnvoll verwerten

Der anfallende Rasenschnitt muss nicht in die Tonne. Als Mulchmaterial, Kompost oder Füllung für Hochbeete lässt er sich weiterverwenden. Wichtig ist, dass der Schnitt nicht nass ist, da er sonst auf dem Kompost fault.

Mähroboter und Duftstoffproduktion

Mähroboter verhalten sich anders als herkömmliche Rasenmäher: Sie sind nahezu dauerhaft unterwegs und schneiden die Grashalme nur minimal zurück – meist nur wenige Millimeter. Dadurch werden lediglich kleine Mengen des Duftstoffs freigesetzt, die kontinuierlich nachgebildet werden. Unser Geruchssinn nimmt diesen schwachen, gleichmäßigen Ausstoß kaum wahr. Diese Technik wird Mulchmähen genannt und bietet den Vorteil, dass der feine Rasenschnitt auf dem Rasen liegen bleibt und als natürlicher Dünger dient.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration