Tyler Haupt gehört zu den vielversprechendsten Speedway-Talenten in Deutschland. In der bevorstehenden Saison wird der 15-Jährige gleich für drei verschiedene Vereine an den Start gehen. Sein Ziel ist es, in der deutschen Meisterschaft gute Ergebnisse zu erzielen, viele Punkte für seine Klubs in Güstrow, Landshut und Brovst zu sammeln und in der U21-Juniorenmeisterschaft einen Podiumsplatz zu erreichen.
Erfolgreicher Saisonstart
Der gebürtige Güstrower, der mit seinen Eltern im Teterower Ortsteil Pampow lebt, hat bereits erste starke Leistungen gezeigt. Beim ersten Lauf um die deutsche Einzelmeisterschaft in Herxheim (Rheinland-Pfalz) gab er sein Debüt. Mit 15 Jahren war er der jüngste Teilnehmer im Feld der deutschen Elite. Seine Nominierung kam nicht überraschend, gilt er doch als eines der größten Talente im deutschen Speedway. Mit sieben Punkten erreichte er einen respektablen neunten Platz. Ein Kettenriss an seiner Maschine verhinderte eine noch bessere Platzierung. „So etwas passiert und gehört zu einem Rennen dazu“, kommentierte er gelassen. Beim Osterpokal in Güstrow setzte er seinen guten Saisonstart mit einem achten Platz fort.
Unterstützung durch erfahrene Trainer
Ralf Peters, Trainer des Bundesligateams aus Güstrow, fördert Tyler Haupt seit Jahren. „Dass es bisher so gut läuft, ist prima und bestätigt sein Talent“, sagte Peters. Für ihn war es ein logischer Schritt, Tyler in die Teams der 1. und 2. Bundesliga aufzunehmen. Auch die Verantwortlichen des AC Trans Devils Landshut erkannten das Potenzial und holten ihn ins Boot. In Landshut wartet eine besondere Herausforderung: Der Verein startet wieder in der 2. polnischen Liga. Zudem hat Tyler einen Vertrag in Brovst in der 1. dänischen Division, eine Verbindung, die seit 2017 besteht. „Dänemark war für mich eine besondere Lehrstunde mit Erfolgen für mein Weiterkommen. Das soll so bleiben“, erklärte Tyler. Sein erstes Rennen in Brovst findet am 25. April statt.
Förderprojekt KRM
Aktuelle und ehemalige Speedway-Größen wie Kai Huckenbeck, René Deddens und Matthias Bartz sind von Tylers Potenzial überzeugt. Sie haben ihn in ihr Förderprojekt „KRM“ aufgenommen, dessen Name aus den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen besteht. „Ich freue mich auf die neue Saison“, sagte Tyler. Er möchte an die Erfolge der Vorsaison anknüpfen, in der er in der 500R-Klasse mit reduziertem Motor Vize-Weltmeister, deutscher U17-Meister, Sieger der Norddeutschen Bahnmeisterschaft und Landesmeister wurde.
Technische Umstellung auf 500 ccm
In der neuen Saison steht technisch alles auf null. Tyler fährt erstmals ausschließlich Maschinen mit 500 Kubikzentimetern Hubraum. „Ich habe im vergangenen Jahr schon Rennen auf diesen Maschinen absolviert und bin guter Dinge, mitzuhalten“, sagte er. Vier Motorräder stehen in der Box bereit, eines davon wurde im Winter neu aufgebaut. Zusammen mit seinem Vater Roberto und seinem Mechaniker Marcel hat er die Maschinen vorbereitet. „Ich will die Technik verstehen, deshalb bin ich immer dabei, wenn es um die Vorbereitung geht“, erklärte Tyler.
Familie mit Speedway-Gen
Der Speedway liegt in der Familie. Großvater Hartmut Ernst wurde 1977 DDR-Einzelmeister. Vater Roberto holte 2010 mit Tobias Kroner den Vize-Paar-Europameistertitel und gewann 2012 das Grüne Band des ADAC auf dem Bergring. Cousin Ben Ernst wurde in der 250-Kubikzentimeter-Klasse Weltmeister. Schon als kleiner Junge drehte Tyler gerne an Rädern und Ketten, weshalb ihn sein Vater liebevoll „Kettenmeister“ nannte. Nun ist er bei den Großen angekommen. „Ich strebe nach kontinuierlichen Leistungen und will mich weiterentwickeln. Der Rest kommt von allein“, formulierte er sein Saisonziel. Seine Mutter Monique ist optimistisch: „Er hat einen starken Charakter und Ehrgeiz. Seine mentale Stärke hat er sich erarbeitet.“



