Manuel Gräfe rechnet nach turbulentem Bundesliga-Wochenende mit VAR ab
Nach einem Bundesliga-Wochenende, das von zahlreichen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen geprägt war, hat sich der renommierte Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe in deutlichen Worten zum Video-Assistenten (VAR) geäußert. In einer scharfen Kritik bezeichnete Gräfe den aktuellen Einsatz des VAR-Systems als schlichtweg überzogen und problematisch für den Fußballfluss.
„Das ist einfach zu viel“ – Gräfes klare Worte zum VAR
Gefragt nach den vielen diskutablen Szenen der vergangenen Spieltage, ließ Gräfe kein gutes Haar am VAR. „Das ist einfach zu viel“, lautete sein vernichtendes Urteil. Der Experte betonte, dass die ständigen Unterbrechungen und minutiösen Überprüfungen nicht nur das Spieltempo beeinträchtigen, sondern auch die Autorität der Schiedsrichter auf dem Feld untergraben würden.
Gefährlich sei dabei vor allem, dass der VAR inzwischen oftmals in Bereiche eingreife, die eigentlich der natürlichen Entscheidungsfindung des Unparteiischen vorbehalten bleiben sollten. Dies führe zu Verunsicherung bei allen Beteiligten – von den Spielern über die Trainer bis hin zu den Zuschauern im Stadion und vor den Bildschirmen.
Umstrittene Szenen häufen sich in der Bundesliga
Das aktuelle Bundesliga-Wochenende bot erneut reichlich Diskussionsstoff. Gleich mehrere Partien waren von VAR-Eingriffen geprägt, die nachträglich für Aufsehen sorgten. Dabei ging es nicht nur um klassische Elfmeter- oder Abseitsentscheidungen, sondern auch um Grauzonen bei Foulspielen und unsportlichem Verhalten.
Diese Häufung kritischer Momente scheint für Gräfe ein klares Indiz dafür zu sein, dass das System dringend überdacht werden muss. „Wir müssen uns fragen, ob der Fußball durch den VAR wirklich gerechter geworden ist oder ob wir nicht mehr verlieren als gewinnen“, so der Experte weiter.
Die Zukunft des VAR im deutschen Fußball
Gefragt nach möglichen Lösungen, plädierte Gräfe für eine deutliche Reduzierung der VAR-Eingriffe. Seiner Meinung nach sollte das System nur noch in absolut klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen zum Einsatz kommen, nicht aber bei interpretierbaren Situationen.
Zudem forderte er eine bessere Kommunikation zwischen dem VAR-Team und dem Hauptschiedsrichter, um längere Unterbrechungen zu vermeiden. „Der VAR sollte den Schiedsrichter unterstützen, nicht ersetzen“, betonte Gräfe abschließend. Ob und wie die Verantwortlichen in der Bundesliga auf diese Kritik reagieren werden, bleibt abzuwarten.



