Buckelwal-Transport: Lastkahn erreicht Nord-Ostsee-Kanal
Buckelwal-Transport: Lastkahn im Kanal

Der für den Transport des vor Poel liegenden Buckelwals vorgesehene Lastkahn hat den Nord-Ostsee-Kanal erreicht. Vom Schubboot „Hans“ geschoben fuhr die sogenannte Barge am Sonntagabend an Hohenhörn vorbei. Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative bestätigte, dass es sich um den entsprechenden Transport handelt.

Transport soll frühestens Dienstag starten

Der eigentliche Transport mit der Barge ist für Dienstag geplant, wie Tauchunternehmer Fred Babbel mitteilte. Der Walbulle soll in eine Art stählernes Aquarium gesperrt werden und tagelang bis in die mehr als 400 Kilometer entfernte Nordsee oder sogar in den Atlantik transportiert werden. Die Barge soll vor Poel den festsitzenden Wal samt Wasser aufnehmen und dann von einem Schlepper gezogen werden.

Wal hat deutlich abgenommen

Der rund zwölf Meter lange und nach anfänglichen Schätzungen zwölf Tonnen schwere Buckelwal hat deutlich abgenommen, wird aber weiter als transportfähig eingestuft, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD). „Er wird von heute auf morgen jedenfalls nicht sterben.“ Die beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies erklärte, man wolle Blut abnehmen, Wasser verabreichen und womöglich Nahrungsergänzungsmittel sowie Vitamine geben. Das Team habe am Sonntag auch ins Maul des Wals geschaut – augenscheinlich befinde sich kein Netz in den Barten.

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Kritik an Menschenmassen und Lärm

Seit Tagen sind viele Menschen in unmittelbarer Nähe des Buckelwals, zudem lärmen Boote und technisches Gerät. Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betonte, dass Kontakt zu Menschen für Wildtiere immer Stress bedeute. Meeresbiologe Boris Culik kritisierte eine „Kakophonie aus wechselnden vermeintlichen Experten“. Greenpeace-Experte Thilo Maack erklärte: „Keinem Wildtier an Land würde man ein solches ans Würdelose grenzende Gezerre zumuten.“

Wal soll durch gebaggerte Rinne auf Kahn schwimmen

Vor Poel wird die Zufahrt vom Wal bis in die tiefere Fahrrinne verbreitert. Der Wal soll durch eine mehr als hundert Meter weit gebaggerte Rinne auf den Kahn schwimmen. Ein bereits befestigter Tracker soll seine weitere Position zeigen, funktioniert aber nicht unter Wasser, wie Backhaus einräumte. An einer neuen Lösung werde gearbeitet.

Buckelwal blieb fünfmal liegen

Fünfmal blieb der Buckelwal in der Ostsee in flachem Wasser liegen. Der rund vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals im Hafen von Wismar gesichtet worden. In den mehr als 50 Tagen seither lag er zu deutlich mehr als der Hälfte der Zeit in Flachwasserzonen. Experten vermuten, dass er schwer erkrankt ist und Ruhe sucht.

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