Windpark-Pläne sorgen für Streit in Ludwigslust
Die jüngste Sitzung der Ludwigsluster Stadtvertretung stand ganz im Zeichen des möglichen Windparks zwischen Karstädt und Techentin. Mehr als 50 aufgebrachte Bürger aus Techentin verfolgten die Sitzung und übten mit Fragen, Befürchtungen und Ängsten Druck auf die Stadtvertreter aus. Sie forderten eine klare Entscheidung, doch die eigentliche Stellungnahme zu dem Vorhaben wird erst am 30. Juni erwartet.
Stadt will Verfahren sauber klären
Bürgermeister Stefan Pinnow und die Stadtvertreter wollen das Thema bis dahin mit allen Gremien und Ortsteilvertretungen ausführlich besprechen. Die Stadtvertretung kann durch ihr Votum entscheiden, ob Planungen auf Ludwigsluster Gebiet möglich sind, da das betroffene Areal nicht im Vorranggebiet liegt. Nach neuem Gesetz liegt diese Entscheidung bei der Stadtvertretung. Ausgenommen sind jedoch Flächen auf Karstädter Gebiet, für die die Gemeindevertretung bereits einen Aufstellungsbeschluss gefasst hat.
Bürgerentscheid nur für drei Anlagen möglich
Insgesamt sind 22 Windräder geplant, die sich etwa zur Hälfte auf Karstädter und Ludwigsluster Gebiet verteilen. Vor der Sitzung gab es Gerüchte und Bemühungen um einen Bürgerentscheid, doch die Anträge wurden von den Fraktionen zurückgezogen. Grund dafür waren rechtliche Schwierigkeiten bei der Formulierung der Frage und der geringe Einfluss: Selbst im besten Fall hätten die Bürger nur über drei der 22 Anlagen entscheiden können.
Emotionale Debatte in Techentin
In Techentin herrscht große Sorge vor den Folgen des Windparks. Bürger äußerten Ängste vor Grundstücksabwertung, Lärmbelästigung, Schattenwurf und Umweltauswirkungen. Stadtpräsident Helmut Schapper, Bürgermeister Pinnow und andere Stadtvertreter betonten, dass die Stadt nur ein sauberes Verfahren anstrebe und selbst keinen Windpark plane. Die Ursache seien Anträge von Projektentwicklern, die rechtssicher bearbeitet werden müssten. Viele Stadtvertreter wiesen den Vorwurf zurück, sie würden sich keine Gedanken machen.
Nächste Sitzung möglicherweise in der Stadthalle
Die Stadt Ludwigslust hat bereits die Auswirkungen eines Karstädter Windgebiets geprüft. Selbst bei einem Grundsatzbeschluss am 30. Juni würde dies erst den Beginn von Planungen bedeuten; die tatsächliche Umsetzung könnte Jahre dauern. Aufgrund des großen öffentlichen Interesses wird erwogen, die nächste Sitzung in der Stadthalle Ludwigslust abzuhalten. Eine Prüfung hierzu läuft.



