Manuel Neuer hat beim Halbfinale des DFB-Pokals zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München einmal mehr seine außergewöhnliche Klasse unter Beweis gestellt. Der 40-jährige Torhüter zeigte eine spektakuläre Parade und sprach anschließend über einen möglichen Verbleib beim Rekordmeister. Zwei Vereinslegenden sprachen sich zudem für eine Rückkehr des Kapitäns in die deutsche Nationalmannschaft aus.
Weltklasse-Parade in der 52. Minute
Beim Stand von 1:0 für die Münchner zog Leverkusens Nathan Tella aus halbrechter Position ab. Sein harter Schuss schien unhaltbar im linken Eck einzuschlagen, doch Neuer tauchte blitzschnell ab, streckte sich und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten. Es war eine Parade, die ZDF-Experte Per Mertesacker als „Manuel-Neuer-Moment“ bezeichnete. Christoph Kramer ergänzte: „Neun von zehn Torhütern würden einfach gucken, wie der Ball einschlägt. Aber Neuer fischt ihn raus.“
Der Kapitän selbst zeigte sich erleichtert und kämpferisch: „Ich glaube, der hätte genau gepasst. Das ist irgendwie auch so ein Bayern-Moment aus früheren Zeiten, in denen ich oft wenig zu tun hatte und dann in einer entscheidenden Szene da sein musste. Das war heute wieder der Fall.“ Mit diesem Sieg zog der FC Bayern erstmals seit 2020 wieder ins Pokalfinale ein.
Vertragsverlängerung rückt näher
Es ist kein Geheimnis, dass die Münchner Neuers auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr verlängern möchten. In Leverkusen äußerte sich der Torwart erstmals positiv zu diesem Thema. „Im Moment sieht es gut aus. Es sind nicht nur die Spieler auf dem Platz, es ist der gesamte Kader und Verein. Man merkt, dass etwas entstanden ist. Es ist die zweite Saison unter Vincent Kompany. Wir profitieren alle voneinander. Im Moment macht es sehr viel Spaß“, sagte Neuer. Der Routinier ist topfit und glänzt weiterhin mit außergewöhnlichen Reflexen. Bereits im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid brillierte er, im Rückspiel unterliefen ihm zwar Fehler, doch in der zweiten Halbzeit parierte er spektakulär gegen Kylian Mbappé – ein weiterer Neuer-Moment.
Lob von Bayern-Legenden
Zwei frühere Größen des Vereins sprechen sich klar für einen Verbleib aus. Raimond Aumann (62), selbst einst Torhüter des FC Bayern, sagt: „Über Manu ist jedes Wort zu viel geredet. Er ist einfach Weltklasse, für mich nach wie vor einer der besten Torhüter der Welt – trotz seines hohen Alters. Ich würde mir wünschen, wenn er noch ein Jahr bleibt. Aber das wird er alleine entscheiden mit seiner Familie. Mit 40 machst du dir viele Gedanken, aber er ist nach wie vor nicht nur einer der besten Torhüter, sondern auch unglaublich wichtig für die Mannschaft.“
Auch Klaus Augenthaler (68) würde Neuer gern weiter im Bayern-Tor sehen. „Er ist 40, aber es zählen nur die Qualität und die Fitness. Und die hat er nach wie vor“, betont die Abwehrlegende. Auf die Frage, ob Neuer deshalb auch in den deutschen WM-Kader gehört, antwortet Augenthaler: „Die Mannschaft vertraut ihm. Ich will Oliver Baumann nicht eine Stufe herunterstellen, er ist ein hervorragender Torwart. Aber man weiß, was Manuel geleistet hat.“
DFB-Comeback? Entscheidung liegt bei Nagelsmann
Auch Aumann, der wie Augenthaler 1990 Weltmeister wurde, sieht Neuer in der Nationalmannschaft: „In dieser Form kann ich mir nicht vorstellen, dass man auf ihn verzichten kann. Ich tue mich schwer damit, auf so einen Torhüter zu verzichten. Aber die Entscheidung trifft Julian Nagelsmann.“ Bislang hat der Bundestrainer Neuer noch nicht kontaktiert, doch das könnte sich ändern. DFB-Sportdirektor Rudi Völler äußerte sich am Rande des Pokalspiels zurückhaltend: „Normalerweise nicht“, sagte er auf die Frage, ob ein Neuer-Comeback bei der WM definitiv ausgeschlossen sei. Aber was ist schon normal im Fußball?
Zunächst steht für Neuer die Titeljagd mit dem FC Bayern im Fokus. Er kann sein drittes Triple und zum siebten Mal den DFB-Pokal gewinnen. „Ich habe Berlin vermisst“, sagte Neuer. Mit dem Kapitän in dieser Form wird Bayern den goldenen Pokal wohl gewinnen.



