Das Diakoniewerk Kloster Dobbertin stellt seine öffentliche Altkleidersammlung ein. Die Container werden nach und nach abgebaut. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für verschiedene Arbeitsbereiche, in denen Menschen mit Einschränkungen tätig sind.
Hintergrund der Einstellung
Die Sammlung und Verarbeitung von Alttextilien gehörte seit vielen Jahren zu den Kernaufgaben des Diakoniewerks. Sie ermöglichte Menschen mit Behinderungen eine sinnvolle berufliche Teilhabe und förderte ihre Integration ins Arbeitsleben. Doch die Rahmenbedingungen haben sich zuletzt deutlich verschlechtert. Die Corona-Pandemie, internationale Krisen und Konflikte haben den Markt für Alttextilien stark belastet. Zudem werden die Sammelplätze und Container zunehmend unsachgemäß genutzt. Überfüllte und verschmutzte Containerstandorte sorgen für Unmut in der Bevölkerung.
Steigende Kosten und regionale Einstellungen
Gleichzeitig steigen die Kosten für Logistik, Personal und Entsorgung, was die wirtschaftliche Fortführung der öffentlichen Altkleidersammlung erschwert. In Parchim, Lübz und Goldberg wurde die Sammlung bereits vorläufig eingestellt. Zum Donnerstag, 30. April, folgen auch Malchow und Schwerin. Schwerin war bisher das Hauptsammelgebiet mit den meisten Containern. Eine Einigung mit der Stadt, um die steigenden Kosten zu decken, konnte nicht erzielt werden. Von Mai an übernimmt die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) die Sammlung und Verwertung der Alttextilien im Stadtgebiet.
Auswirkungen auf die Weiterverarbeitung
Die sinkenden Mengen an geeigneten Textilien haben auch Auswirkungen auf die Weiterverarbeitung. Die Produktion von Putzlappen wird nahezu vollständig eingestellt. Ebenso fehlt es an passender Ware für den Second-Hand-Laden in Dobbertin. Dieser soll jedoch bestehen bleiben, betont Martin Strauß, der bei den Dobbertiner Werkstätten den Geschäftsbereich Arbeit leitet. Wir setzen darauf, dass künftig mehr geeignete Textilspenden direkt aus der Bevölkerung kommen.
Alternative Abgabemöglichkeiten
In Dobbertin ist die Abgabe vorerst einmal wöchentlich möglich: donnerstags von 9 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr. Zusätzliche Abgabestellen sind geplant. Auf den Betriebsgeländen in Lübz (Industriestraße 4) und Sternberg (Rachower Moor) werden Altkleidercontainer aufgestellt. Sie sind während der allgemeinen Öffnungszeiten zugänglich, was Missbrauch erschweren soll. Weitere Sammelbehälter stehen auf dem Gelände der Ebert Entsorgung GmbH, Zarchliner Weg 5, in Plau am See. Diese Regelung gilt bis auf Weiteres. Um den Fortbestand des Second-Hand-Ladens zu sichern, sollen zudem Partnerschaften mit bestehenden Kleiderkammern aufgebaut werden.



