Die Aktionäre des Medienkonzerns Warner Bros. Discovery haben dem Kauf durch den Hollywood-Rivalen Paramount zugestimmt. Die Transaktion im Wert von rund 110 Milliarden Dollar hat damit eine entscheidende Hürde genommen, steht jedoch noch vor der Freigabe durch die Regulierungsbehörden. Nach vorläufiger Auszählung wurde der Deal mit einer „überwältigenden“ Mehrheit gebilligt, wie das Unternehmen mitteilte. Die Zustimmung galt bereits im Vorfeld als sicher.
Paramount sticht Netflix aus
Ursprünglich hatte Netflix Interesse am Studio- und Streaming-Geschäft von Warner gezeigt. Paramount, das im vergangenen Jahr von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen wurde, konnte den Streaming-Marktführer jedoch mit einem höheren Angebot für das gesamte Unternehmen ausstechen. Dazu gehören auch die Fernsehsender wie CNN. Paramount verbesserte sein Gebot von 30 auf 31 Dollar pro Aktie. Der Warner-Verwaltungsrat entschied daraufhin, dass dieses Angebot der zuvor akzeptierten Offerte von Netflix überlegen sei. Netflix verzichtete auf eine Nachbesserung.
Ellison will Einfluss in Hollywood ausbauen
Geführt wird Paramount von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison. Mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery möchte er das Gewicht des Konzerns in Hollywood deutlich erhöhen. Paramount zählt bisher zu den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Figuren wie Superman und Batman, erfolgreiche Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.
Zukunft von CNN sorgt für Diskussionen
Ein zentraler Punkt in dem Bieterkampf ist das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, der häufig kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet. Trump äußerte im Dezember die Forderung, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechseln müsse. Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Diese Sorge ist nicht unbegründet: Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons teilweise einen freundlicheren Ton gegenüber der Trump-Regierung an.



