In Dalkendorf bei Teterow steht eine einschneidende Veränderung bevor: Die Biogasanlage des ortsansässigen Betriebs BGA Dalkendorf GmbH wird zum Jahresende abgeschaltet. Damit fällt die Abwärme weg, die bislang das örtliche Nahwärmenetz versorgt hat. Rund 40 Haushalte sind betroffen. Das Netz wird zum Januar 2027 stillgelegt. Grund ist das Auslaufen der EEG-Förderung für die 2006 in Betrieb genommene Anlage.
Wirtschaftliche Zwänge führen zur Stilllegung
Geschäftsführer Wulf-Hinrich Hagge begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die künftige Einspeisevergütung sei zu gering, zudem sei eine Leistungsreduzierung der Anlage auf 40 Prozent vorgesehen. Unter diesen Bedingungen könne die Anlage weder Strom noch Wärme rentabel bereitstellen. Auch ein günstiger Wärmepreis und eine kontinuierliche Lieferung seien so nicht zu gewährleisten, so Hagge.
Wärmegenossenschaft informiert Mitglieder
Die Wärmegenossenschaft im Ort hat ihre Mitglieder über die Abschaltung und die Aufgabe des Netzes informiert. „Eine erfolgreiche Ära geht nach 13 Jahren zu Ende“, teilten die Vorstandsmitglieder Frank Stecker und Thomas Groth mit. Für eine Umrüstung des Netzes, etwa auf Pellets oder Holzhackschnitzel, wären Investitionen nötig, die sich nach ihren Angaben wirtschaftlich nicht rechnen. Viele Mitglieder der Genossenschaft seien Rentner und müssten nun eine neue Heizung finanzieren, berichten Stecker und Groth.
Hohe Kosten für neue Heizungen
Als Beispiel nennt Groth ein Angebot für eine Wärmepumpe über 34.000 Euro. Ein Teil der Haushalte dürfte auf Gas- oder Ölheizungen ausweichen. In den ursprünglichen Wärmeverträgen war vorgesehen, die vorhandene Heizung im Haus zu behalten. Diese Anlagen sind jedoch häufig veraltet.
Umweltbelastung steigt künftig
Nach Angaben der Genossenschaft wurden durch das Wärmenetz jährlich rund 150 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Künftig sei wegen des erwarteten Einsatzes fossiler Energieträger mit höheren Emissionen zu rechnen. Auch der landwirtschaftliche Betrieb ist von der Entscheidung betroffen. Hagge hatte vor wenigen Jahren eine Getreidetrocknungsanlage gebaut, die mit der Abwärme der Biogasanlage lief. Künftig soll die Trocknung mit Öl erfolgen. Das verursache Mehrkosten von etwa 50.000 Euro, so der Landwirt. Die Biogasanlage hätte nach seinen Worten technisch noch etwa zehn Jahre betrieben werden können. Sie liefere Strom, wenn weder Wind noch Sonne zur Verfügung stünden; mittelfristig wäre zudem ein Akkuspeicher denkbar gewesen, um Leistungsspitzen abzufangen.



