Der umstrittene Regisseur Uwe Boll hat mit seinem neuesten Film „Citizen Vigilante“ für Aufsehen gesorgt – nicht wegen des Inhalts allein, sondern weil Elon Musk den Selbstjustiz-Thriller auf seiner Plattform X veröffentlichte. Zuvor hatte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) dem Werk keine Altersfreigabe erteilt, was einer kommerziellen Verwertung im Kino oder auf Streamingdiensten entgegensteht. Boll spricht von Zensur und einer Verschwörung des politisch-industriellen Unterhaltungskomplexes.
Hintergrund: FSK verweigert Freigabe
Die FSK ist eine Einrichtung der Filmwirtschaft zum Jugendschutz und kein staatliches Organ. Dennoch sieht Boll in der Entscheidung einen politischen Schachzug. Sein Film handelt von einem amerikanischen Geschäftsmann, gespielt von Armie Hammer, der in Europa Jagd auf kriminelle Migranten macht. Hammer ist in Hollywood seit fünf Jahren aufgrund von Missbrauchsvorwürfen als unbesetzbar eingestuft. Boll widmet den Film im Abspann „den Tausenden von Vergewaltigungsopfern und Ermordeten, die von der Justiz betrogen wurden“.
Inhalt und Kritik
Die Eröffnungsszene zeigt eine blonde Frau, die von einem schwarzen Mann vor den Augen ihres Kindes mit einem Schlachtermesser getötet wird. Boll bedient sich reaktionärer Klischees und verarbeitet Begriffe wie „Bevölkerungsaustausch“ und „Wokeness“ in den Dialogen. In einem Interview mit der „Berliner Zeitung“ erklärte Boll, die FSK verleugne die Realität, indem sie seinen Film blockiere. Er behauptet: „Massenvergewaltigungen werden zum Großteil von jungen Migranten begangen.“ Diese Aussage ist faktisch falsch, wie Kriminalstatistiken belegen.
Elon Musks Rolle
Boll bat Musk öffentlich um Hilfe, und der X-Chef stellte den Film für 48 Stunden auf seiner Plattform zur Verfügung. Musk hatte bereits zuvor Partei für die AfD ergriffen und postete im Dezember 2024, nur die AfD könne Deutschland retten. Der Podcaster El Hotzo wurde von Musk sogar beim Bundeskanzler gemeldet. Mit der Veröffentlichung von „Citizen Vigilante“ erhält Boll die gewünschte Aufmerksamkeit, die er für seine Provokation braucht.
Kunstfreiheit oder Hetze?
Boll sieht sich in der Tradition von Filmen wie „Taxi Driver“ oder „Natural Born Killers“. Kritiker hingegen werfen ihm vor, ein politisches Manifest als handwerklich schwachen Actionthriller zu tarnen. Der Film sei wie ein Imagefilm für die AfD. Die Debatte um Kunstfreiheit wird durch Bolls Vorgehen auf eine neue Spitze getrieben. Ob Armie Hammer, der von einem Comeback träumte, durch diese Rolle wieder Fuß fassen kann, bleibt fraglich. Elons Musks Intervention verleiht dem Film eine Reichweite, die er sonst nie erreicht hätte.



