Bei einem russischen Angriff im Süden der Ukraine sind zwei Mitarbeiter der humanitären Minenräumorganisation Norwegian People's Aid (NPA) getötet worden. Vier weitere Spezialisten wurden verletzt, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Der Vorfall ereignete sich im Gebiet Cherson, einer Region, die unter intensivem russischem Beschuss steht.
Details des Angriffs
Laut Militärgouverneur Olexander Prokudin starb ein 24-jähriger Mitarbeiter noch am Ort des Angriffs. Ein zweiter, 25-jähriger Mitarbeiter erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die NPA bestätigte die Todesfälle und erklärte, dass es sich bei allen Opfern und Verletzten um ukrainische Staatsbürger handele. Als Reaktion auf den Angriff hat die Organisation sämtliche Minenräumarbeiten vorerst eingestellt. Der Fokus liege nun auf der Unterstützung der Betroffenen und der Bewältigung der Folgen des Vorfalls.
Reaktionen und Kontext
NPA-Generalsekretär Raymond Johansen bezeichnete den Angriff als ein weiteres Beispiel für die wachsenden Risiken humanitärer Einsätze in Kriegsgebieten. „Humanitäre Organisationen stehen unter dem Schutz des Völkerrechts, aber sie geraten zunehmend ins Visier von Angriffen“, sagte Johansen. Die NPA ist seit 2022 in der Ukraine aktiv und beschäftigt dort rund 475 Mitarbeiter. Große Teile des Landes gelten infolge des russischen Angriffskriegs als vermint und müssen aufwendig geräumt werden.
Wachsende Gefahren für humanitäre Helfer
Bereits im September 2025 wurden im nördlichen Gebiet Tschernihiw zwei Mitarbeiter einer Minenräummission des Dänischen Flüchtlingsrats bei einem Angriff getötet. Der aktuelle Vorfall unterstreicht erneut die Gefahren, denen humanitäre Helfer in den umkämpften Regionen der Ukraine ausgesetzt sind. Die ukrainischen Behörden verurteilten den Angriff scharf und wiesen auf die Verletzung des humanitären Völkerrechts hin.



