Seit Ende 2025 können sich Brandenburgerinnen und Brandenburger als „Nachbarschaftshelfer“ registrieren lassen. Das Interesse ist enorm: Bereits mehr als 600 Personen haben sich in das Programm eingeschrieben, wie das Pflegeministerium in Potsdam mitteilte. Die Helfer unterstützen pflegebedürftige Menschen im Alltag – etwa beim Einkauf von Lebensmitteln, beim Gang zum Arzt oder bei der Begleitung zum Gottesdienst oder Seniorenkreis. Dafür erhalten sie bis zu 131 Euro im Monat aus der Pflegeversicherung erstattet.
Einfache Hilfe gegen die Pflegekrise
Das Programm zielt darauf ab, die Versorgung älterer Menschen in Brandenburg zu verbessern und gleichzeitig die Pflegekassen zu entlasten. „Viele pflegebedürftige Menschen wünschen sich Unterstützung im Alltag, ohne gleich einen professionellen Pflegedienst beauftragen zu müssen“, erklärte ein Sprecher des Pflegeministeriums. Die Nachbarschaftshelfer übernehmen keine medizinischen Aufgaben, sondern leisten praktische Hilfe, die den Alltag erleichtert.
Bürokratieabbau und Anreize
Die Registrierung erfolgt unkompliziert über die Pflegekasse. Nach Angaben des Ministeriums können die Helfer die Kosten für ihre Tätigkeit direkt abrechnen. „Der bürokratische Aufwand ist bewusst gering gehalten, um möglichst viele Menschen zur Teilnahme zu bewegen“, so der Sprecher. Die monatliche Erstattung von maximal 131 Euro ist ein Anreiz, der offenbar wirkt: Die Zahl der Registrierungen steigt kontinuierlich.
Auswirkungen auf die Pflegeversorgung
Experten sehen in dem Modell einen wichtigen Baustein zur Bewältigung des Pflegenotstands. „Nachbarschaftshilfe kann die professionelle Pflege sinnvoll ergänzen und dazu beitragen, dass ältere Menschen länger in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können“, sagte eine Pflegewissenschaftlerin der Universität Potsdam. Allerdings betonte sie auch, dass das Programm kein Ersatz für eine umfassende Pflegereform sei. „Die demografische Entwicklung erfordert langfristige Investitionen in die Pflegeinfrastruktur.“
Weitere Schritte geplant
Die Landesregierung prüft derzeit, ob das Programm auf weitere Leistungen ausgeweitet werden kann. „Wir beobachten die Entwicklung genau und werden bei Bedarf nachsteuern“, kündigte der Pflegeminister an. Ziel sei es, die Nachbarschaftshilfe als dauerhaftes Angebot zu etablieren. Die ersten Erfahrungen seien vielversprechend, so der Minister.



