Profiler spricht von unbedingtem Tötungswillen im Fall Fabian
Profiler: Unbedingter Tötungswille im Fall Fabian

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat ein Profiler des Landeskriminalamts (LKA) Mecklenburg-Vorpommern vor dem Landgericht Rostock detaillierte Einblicke in die Rekonstruktion der Tat gegeben. Der Fallanalytiker sprach von einem „unbedingten Tötungswillen“ des Täters oder der Täterin. Die Ermittlungen hätten ein klares Bild des Tatgeschehens ergeben, das auf eine gezielte und brutale Handlung hindeute.

Rekonstruktion des Tatorts

Der Profiler erläuterte, dass der Tatort – ein abgelegener Waldbereich nahe Güstrow – auf eine genaue Ortskenntnis schließen lasse. „Es ist unwahrscheinlich, dass man diesen Ort aufsucht, wenn man ihn nicht kennt“, sagte der Beamte. Die Lage des Fundorts und die Spurenlage deuteten darauf hin, dass der Täter den Ort bewusst gewählt habe, um ungestört zu sein. Die Leiche des Jungen war im Oktober 2025 entdeckt worden.

Spuren und Indizien

Die Fallanalytiker hätten zahlreiche Spuren gesichert und ausgewertet. Dazu gehörten DNA-Spuren, Faserspuren und digitale Daten. Der Profiler betonte, dass das Ensemble der Spuren ein konsistentes Bild ergebe. „Die Kombination der Indizien lässt nur den Schluss zu, dass der Täter mit äußerster Gewalt vorging und den Tod des Kindes billigend in Kauf nahm“, so der Experte. Die genauen Todesumstände seien noch Gegenstand der medizinischen Gutachten.

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Psychologisches Profil des Täters

Der LKA-Profiler skizzierte ein psychologisches Profil des Täters. Demnach handele es sich um eine Person, die zu extremen Gewaltausbrüchen neige und eine geringe Empathiefähigkeit besitze. „Der unbedingte Tötungswille zeigt, dass der Täter keine Skrupel hatte, ein Kind zu töten“, erklärte der Fallanalytiker. Die Tat sei nicht spontan, sondern zumindest in Teilen geplant gewesen. Die genaue Beziehung zwischen Täter und Opfer sei weiterhin unklar, aber die Ermittler gingen von einer vorbestehenden Bekanntschaft aus.

Prozessverlauf und Beweisaufnahme

Der Prozess gegen den angeklagten Mann, der die Tat bestreitet, wird voraussichtlich noch mehrere Wochen dauern. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Die Verteidigung kündigte an, die Aussagen des Profilers zu hinterfragen. Das Gericht hat eine umfangreiche Beweisaufnahme angeordnet, darunter die Vernehmung von Zeugen und Sachverständigen. Die Öffentlichkeit verfolgt den Fall mit großer Anteilnahme, da der gewaltsame Tod des Kindes die Region erschüttert hat.

Gesellschaftliche Reaktionen

Der Fall Fabian hat in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit Bestürzung ausgelöst. Mehrere Gedenkveranstaltungen fanden statt, bei denen Trauernde ihrer Anteilnahme Ausdruck verliehen. Die Polizei hatte nach dem Verschwinden des Jungen großflächig nach ihm gesucht, bevor die Leiche gefunden wurde. Die Ermittler arbeiten weiterhin mit Hochdruck an der Aufklärung der Tat.

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