Angriff in Straße von Hormus stellt Iran-Deal auf die Probe
Angriff in Straße von Hormus gefährdet Iran-Deal

Ein mutmaßlich iranischer Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus stellt das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des Kriegs und Wiederöffnung der Meerenge auf die Probe. Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Daraufhin stoppte die Weltschifffahrtsorganisation IMO vorläufig wieder die Evakuierung von Schiffen rund um die für den Öl- und Düngerhandel wichtigen Meerenge.

IMO setzt Evakuierung aus

„Es müsse überprüft werden, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für die Schiffe auf unserer Evakuierungsliste und alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben sind“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez. Das betroffene Schiff habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Evakuierungsplans befunden. US-Medien zitierten US-Beamte, wonach das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff von einer Drohne der Revolutionsgarden – der Elitestreitmacht der Islamischen Republik – getroffen wurde. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein „unbekanntes Projektil“ habe die Brücke beschädigt. Es gebe keine Verletzten.

Iran bekräftigt Sicherheitsgarantien nur auf eigenen Routen

Der Iran hat nach dem Angriff bekräftigt, dass Durchfahrten durch die Straße von Hormus nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Andere Routen seien nicht durch die Garantie sicherer Passagen abgedeckt, erklärte die für den Persischen Golf zuständige iranische Behörde PGSA auf X. Jegliche Konsequenzen infolge der Befahrung nicht genehmigter Routen würden in der „alleinigen Verantwortung des Schiffseigners, des Charterers und des Kapitäns“ liegen, hieß es weiter.

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Verhandlungen zwischen Libanon und Israel verlängert

Die in Washington stattfindenden Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon über ein Ende des Krieges werden um mindestens einen Tag verlängert. Die Gespräche sollten am Freitag fortgesetzt werden, kündigte am Donnerstag das US-Außenministerium an. Eigentlich hätte die am Dienstag begonnene neue Verhandlungsrunde am Donnerstag enden sollen. „Die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon dauern an, wir sind weiter vermittelnd tätig“, hieß es in der kurzen Erklärung des US-Außenministeriums. Es ist die fünfte Verhandlungsrunde zwischen beiden Ländern seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz, die an den Gesprächen in Washington nicht beteiligt ist.

Zwischenrufe bei Netanjahu-Ansprache

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist nach Medienberichten bei einer Rede vor Offiziersanwärtern mit Zwischenrufen gestört worden. Wie die israelischen Zeitungen „The Times of Israel“ und „Haaretz“ weiter berichteten, rief ein Anwesender: „Geh nach Hause“. Das habe vereinzelten Beifall ausgelöst. Ein weiterer Zuhörer rief demnach danach: „Geh, Bibi.“ Laut den Berichten folgten jedoch auch Applaus und Jubel für den Regierungschef. Netanjahu wies in seiner Rede Kritik an seiner Führung im laufenden Krieg zurück und verwies auf militärische Erfolge gegen den Iran, die Hamas und die Hisbollah.

Frankreich und Italien planen Nachfolge-Truppe für UNIFIL

Frankreich und Italien wollen eine multinationale „Koalition“ ins Leben rufen, um die UNO-Friedenstruppe im Libanon (UNIFIL) abzulösen, deren Mandat im Dezember ausläuft. Die Mission solle „selbstverständlich in Abstimmung mit der EU und der UNO“ auf den Weg gebracht werden, „um die Souveränität des Libanon und seiner Streitkräfte zu stärken“, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron. Die Mission solle verhindern, dass das libanesische Staatsgebiet „zur Ausgangsbasis für eine regionale Eskalation wird“. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni fügte hinzu, die Präsenz internationaler Truppen solle „ein gefährliches Sicherheitsvakuum verhindern“.

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Israel: Abzug erst nach Hisbollah-Entwaffnung

Die israelische Armee wird den Libanon nach Angaben eines Regierungssprechers erst nach einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz verlassen. „Wir werden unsere Streitkräfte nicht aus dem Süden des Libanon abziehen, solange die Hisbollah eine Bedrohung darstellt und nicht entwaffnet und entmilitarisiert ist“, sagte Regierungssprecher David Mencer. Mit Blick auf die direkten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon sagte Mencer, „jegliche Verlegung der israelischen Streitkräfte“ werde „nach – und nicht vor – der Demilitarisierung des Südens des Libanon und der Entwaffnung der Hisbollah“ erfolgen.

Hapag-Lloyd: Alle Schiffe frei

Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd hat sämtliche im Persischen Golf aufgehaltenen Schiffe wieder frei. Alle Frachter, die von der vorübergehenden Schließung der Straße von Hormus betroffen waren und auf die Ausfahrt gewartet hatten, hätten die Region inzwischen sicher verlassen, erklärte eine Konzernsprecherin. „Dies erfolgte erst nach sorgfältiger Bewertung der Sicherheitslage und in enger Abstimmung mit den relevanten Behörden, Sicherheitspartnern sowie unseren Teams an Bord und an Land.“

Schiffsverkehr normalisiert sich langsam

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zeigt Analysen zufolge erste Anzeichen von Normalisierung. 70 Durchfahrten zählte der Datenanbieter Kpler am Mittwoch. Vor Ausbruch des Iran-Kriegs waren es täglich mehr als 100 gewesen. Der Datenanbieter Windward schrieb in einer Analyse, kommerzieller Verkehr in der Straße von Hormus nähere sich „funktioneller Normalität“ an. Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent sank erstmals unter sein Schlusskurs-Niveau vor Beginn des Iran-Krieges und lag am Donnerstag bei 72,44 Dollar je Barrel.

US-Außenminister warnt vor Gebühren

US-Außenminister Marco Rubio hat vor „Chaos“ gewarnt, sollte der Iran wie angedroht Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus erheben. Würde eine Gebühr für eine internationale Wasserstraße akzeptiert, dann würde sich das auf der ganzen Welt „verbreiten“, warnte Rubio auf einem Treffen des Golf-Kooperationsrates in Bahrain. Er hob hervor, dass internationale Wasserwege keinem Staat gehörten. „Das ist ein grundlegendes Prinzip der heutigen Welt, ohne das die Welt im Chaos versinken würde.“

Iran: Folter und Hinrichtungen

Der Iran ist nach Einschätzung von Experten einer der schlimmsten Folterstaaten der Welt. Folter und Misshandlungen seien systemische Merkmale des iranischen Strafjustiz- und Haftsystems, berichtete die Weltorganisation gegen Folter (OMCT). Auf dem sogenannten Folterindex erreiche die Islamische Republik die höchste Gefahrenstufe. Im Iran seien 2025 mindestens 1639 Menschen hingerichtet worden – eine der höchsten Hinrichtungsraten weltweit.