Lyriden über Deutschland: Heute Nacht startet die beste Sternschnuppen-Show
Berlin – Für Sternschnuppen-Fans beginnt heute Nacht ein faszinierendes Himmels-Spektakel. In der Nacht zu Mittwoch und der folgenden Nacht zu Donnerstag erreichen die Lyriden ihr Maximum und streuen zahlreiche zauberhaft leuchtende Teilchen über den deutschen Nachthimmel.
Das perfekte Timing für Himmelsbeobachter
Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen Mitternacht und dem Einsetzen der Morgendämmerung. „Bei wolkenlosem Himmel ist es möglich, 15 bis 20 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen“, erklärt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde. Besonders günstig sind die Bedingungen in diesem Jahr, da der Mond kaum zu sehen ist – nur eine dünne Neumond-Sichel erhellt den Himmel, wodurch die Sternschnuppen umso heller leuchten.
Wo das Spektakel am besten zu sehen ist
Entscheidend für gute Sichtverhältnisse ist die Abwesenheit von Lichtverschmutzung. „Wo man in Deutschland ist, spielt abgesehen vom Wetter keine Rolle. Aber der Himmel muss dunkel sein“, betont Uwe Pilz. „Am besten fährt man raus aus der Stadt oder ins Gebirge.“
Laut Deutschem Wetterdienst stehen die Chancen auf Sichtungen in großen Teilen des Landes gut. Sternenklare Sicht wird besonders südlich des Harzes, in der Mitte und im Süden Deutschlands erwartet. Lediglich in Norddeutschland – von Ostfriesland über Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern – könnten vereinzelt Wolken- und Nebelfelder die Sicht beeinträchtigen.
Die Entstehung der Lyriden-Sternschnuppen
Die Lyriden stammen vom Kometen Thatcher, dessen Spur aus Staubteilchen die Erde jedes Jahr im April durchquert. „Die Erde fliegt durch diese Staubwolke. Dabei verglühen die Reste dieses Kometen, die so groß wie ein Reiskorn sind, in der Erdatmosphäre“, erklärt Dr. Monika Staesche, Direktorin des Berliner Planetariums am Insulaner.
Dieser Prozess geschieht mit atemberaubender Geschwindigkeit. „Die so entstehenden Sternschnuppen sind 49 Kilometer pro Sekunde schnell“, beschreibt Astrophysiker Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg, das Phänomen.
Praktische Tipps für Sternschnuppen-Beobachter
- Fahren Sie raus aus der Stadt oder ins Gebirge, um Lichtverschmutzung zu vermeiden
- Man benötigt keine Instrumente – einfach in den Himmel schauen genügt
- Für optimale Beobachtung am besten flach auf dem Boden liegen, beispielsweise im Schlafsack auf einer Isomatte
- Ziehen Sie sich warm an, denn nachts ist derzeit wieder Bodenfrost möglich
Der Ausstrahlungspunkt (Radiant genannt), aus dem scheinbar die Sternschnuppen kommen, liegt zwischen dem Herkules-Viereck und dem Sternbild Leier (lateinisch: Lyra), das aus einer Raute und dem Stern Wega besteht. Ab Mitternacht steht dieser Punkt hoch genug am Himmel, um Sternschnuppen gut zu sehen.
Auch in den Nächten vor und nach dem Maximum am Mittwochabend (22. April) sind Sternschnuppen-Beobachtungen möglich. Eine kalte, sternklare Nacht voller Sternschnuppen kann ein wunderschönes Naturerlebnis bieten – viel Spaß beim Sternschnuppen-Gucken!



