Bilanz nach zwei Jahren: Bürgermeister Marten Günther über seine bisherigen Erfolge und zukünftigen Projekte
Es ist erst wenige Tage her, dass noch Baufahrzeuge über die Straße Am Alten Gut im Möllenhagener Ortsteil Kraase rollten. Doch die Bauarbeiten an der wichtigen Verbindung zur Bundesstraße 192 gingen schneller zu Ende als geplant, freut sich Bürgermeister Marten Günther (Lebenswerte Gemeinde Möllenhagen). Die 280.000 Euro Baukosten seien aus der Infrastrukturpauschale im Haushalt gezahlt worden. Und das ist nur ein Projekt von vielen.
Mehrere Straßen auf der Prioritätenliste
Im Eigentum der Gemeinde Möllenhagen mit ihren zehn Ortsteilen befänden sich insgesamt 33 Kilometer Gemeindestraßen, einige davon in keinem guten Zustand. Die Hofseestraße im Ortsteil Rockow, in dem Günther aufwuchs, sehe zum Beispiel noch genauso aus wie in den 1980er Jahren. Auf der Prioritätenliste ganz oben stünden die Straßen, die von der Bundesstraße in die Orte führen.
Die Bahnhofstraße in Möllenhagen sei schon seit Jahren ein Thema für die Gemeindepolitik. 2013 habe es bereits Pläne für eine Sanierung gegeben. Allerdings hätten die Anwohner einen Teil der Kosten übernehmen müssen, wollten das jedoch nicht. Zugezogene, die diese Vorgeschichte nicht kennen, verstünden nicht, warum an der Straße noch nichts gemacht wird.
Die Bahnhofstraße besteht aus Kopfsteinpflaster. Gehwege gibt es nicht. An der Seite könne auch nicht aufgebuddelt werden, die Leitungen für die Straßenlaternen lägen nicht sehr tief. Die Sanierung soll etwa 950.000 Euro kosten.
Die Gemeinde will Fördermittel beantragen, kündigt der Bürgermeister an und begrüßt unterwegs Anwohner Anton Tietz, der an der Einfahrt seines Grundstücks steht. Seit 75 Jahren wohne er schon hier, den Bürgermeister habe er bereits als kleinen Jungen gekannt.
Hier aufgewachsen zu sein, sei von Vorteil, findet Günther. Denn als Bürgermeister müsse er nicht nur die Sanierungen planen. Es gehe auch darum, die Entscheidungen der Verwaltung gegenüber den Menschen zu kommunizieren.
„Ich werde irgendwann mal mit dem Fahrrad durch die Bahnhofstraße fahren, um mit den Leuten direkt ins Gespräch zu kommen“, kündigt Günther an. Es gebe oft Falschinformationen im Internet, die es ihm nicht leicht machen. Doch das seien Herausforderungen, derer er sich annehme. Für die Bahnhofstraße rechne er mit dem frühesten Ausbau 2028 oder 2029.
Gewerbesteuern als Möglich-Macher mit Kehrseite
Bei der Haushaltsplanung habe die Gemeinde Glück, mehr Einnahmen durch die Gewerbesteuer zu bekommen. Der Standort der Spitzke Fahrwegsysteme GmbH, Teil einer deutschlandweit tätigen Unternehmensgruppe, knüpfe an eine lange Geschichte an, die mit einem Betonwerk zu DDR-Zeiten begann. Das Unternehmen habe sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt. Bahnschwellen würden dort produziert - aus Sicht des Bürgermeisters ein wichtiger Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung seiner Gemeinde. Hinzu kämen Einzelhandel wie Netto und der Abfallentsorger Remondis.
Die höheren Steuereinnahmen hätten aber auch eine Kehrseite. Wegen des Kommunalen Finanzausgleichs bekomme Möllenhagen weniger Fördermittel als finanzschwächere Kommunen. Deshalb müssten Sanierungsprojekte Stück für Stück vorangebracht werden. Nicht alles sei innerhalb von zwei Jahren möglich.
Bedarf bei Schule und Sportplatz
Das immer wieder zu erklären, sieht der vor zwei Jahren in dieses Amt gewählte Bürgermeister als eine seiner Aufgaben. Bis mittags arbeite er in seinem Landwirtschaftsbetrieb, dann warten die wichtigen Aufgaben seines Ehrenamtes. Dazu gehörten auch Fahrten zum Amt Penzliner Land, zu dessen Bereich die Gemeinde seit 25 Jahren gehöre. Von der eigenständigen Vergangenheit zeugt noch das Amtsgebäude neben der Regionalen Schule, das zum Teil für Gewerbe, aber auch für die Gemeindevertretersitzungen genutzt wird.
Ganz nahebei gibt es zwei weitere künftige Baustellen. Der Sportplatz und die Schule in der Nähe der Bahnhofstraße sind in die Jahre gekommen. Der Sportplatz brauche dringend eine neue Laufbahn. Auch eine Flutlichtanlage sei geplant, um abends Spiele zu ermöglichen. Daneben soll ein Multifunktionsplatz für mehrere Sportarten entwickelt werden, sowohl für den Schulsport als auch für Vereine, also mit mehr Nutzungsmöglichkeiten für die gesamte Gemeinde.
Einigen Sanierungsbedarf sieht der Bürgermeister auch an der Regionalen Schule, um den Bildungsstandort nachhaltig zu stabilisieren. Die Kapazität für 260 Schüler sei ausgeschöpft. Da auch Schüler aus umliegenden Gemeinden hierher komme, könnte Möllenhagen mit Hilfe des Schullastenausgleichs auch Gelder von dort bekommen.
Vieles geht nicht von heute auf morgen
Keine Sanierung brauche im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen die Möllenhagener Feuerwehr. Da sei schon vor Jahren ein modernes Feuerwehrgerätehaus entstanden.
Der Ortsteil Lehsten brauche hingegen ein neues Gebäude. Das alte sei schon 100 Jahre alt. Ein neues solle auf einem Teil des Festplatzes entstehen. Daher gebe es auch Kritik, dass dann dort Platz für Veranstaltungen fehle.
Die Entscheidungen immer wieder zu erklären, sei eine Herausforderung, bestätigt Marten Günther. „Und vieles geht auch nicht von heute auf morgen“, mahnt er. Die Arbeit mache ihm trotzdem Spaß. Und er hat noch viel vor.



