OB Reiter und die offenen Fragen: Das Gegenteil von voller Transparenz
OB Reiter: Das Gegenteil von voller Transparenz

Mit viel gutem Willen konnte man Dieter Reiter glauben. Klar, er hatte gesagt, er habe „keinen Bock“ mehr auf die Debatte, Kritik als „Klamauk“ abgetan und vieles mehr. Doch vielleicht hatte er ja spät dann doch erkannt, dass er im Umgang mit seinen ungenehmigten Nebentätigkeiten Fehler gemacht hatte. So versprach er seinen Wählern „volle Transparenz“ – und dem Stadtrat, er werde genau berichten.

Viele Wochen Zeit, doch keine Antworten

Und nun das: Zur Stadtratssitzung, in der es um das Thema gehen sollte, will Reiter offensichtlich nicht erscheinen. Er ist zwar nicht mehr krankgeschrieben, aber jetzt im Urlaub, um sich, wie es geheißen hat, von der Krankheit zu erholen. Öffentliche Auftritte für den Mai hat er zwar dieser Tage fix zugesagt, doch dem Stadtrat beantwortet er in der schriftlichen Vorlage, für die viele Wochen Zeit war, keine einzige Frage. Das ist nicht „volle Transparenz“. Es ist das Gegenteil davon.

„In weiten Teilen“ habe man seine Informationen „der Presse entnommen“, muss Reiters Direktorium explizit einräumen. Einfache Ja-Nein-Fragen wie die, ob er Freikarten vom FC Bayern angenommen hat, lässt Reiter einfach unbeantwortet.

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Die Begründung für die fehlenden Antworten wirkt bizarr

Eine weitere Aufklärung sei „auf dringende Empfehlung der behandelnden Ärzte“ nicht möglich, heißt es dann noch ganz ernsthaft zum wochenlangen Nicht-Beantworten einfachster schriftlicher Fragen. Was für ein bizarres Schauspiel. Der OB verpasst gerade die Chance für einen würdevollen Abgang. Wähler, die ihm das Vertrauen entzogen haben, mögen sich bestätigt fühlen.

Die Debatte um die Nebeneinkünfte dürfte trotzdem nicht mehr groß aufflammen. Weder im Rathaus, noch in der Stadt. Reiter ist schließlich abgewählt. Sollten dem Alt-OB noch Pensionsansprüche gekürzt werden, wird das fast schon zur Randnotiz. Ganz im Gegensatz zur Art und Weise, wie Reiter legitime Fragen weiterhin einfach nicht beantworten will. Einsicht, dass er das seiner Stadt schuldig ist? Fehlanzeige. Schade.

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