In diesem Jahr wäre der Schriftsteller Günter de Bruyn 100 Jahre alt geworden. Brandenburg feiert ihn mit einem umfangreichen Jubiläumsjahr, das an sein Leben und Werk erinnert. Kulturministerin Manja Schüle (SPD) würdigte de Bruyn als einen großen, vielfach preisgekrönten Schriftsteller, der als kritischer Geist und wacher Chronist der deutsch-deutschen Geschichte in Erinnerung bleibe. Seine autobiografisch geprägten Romane böten tiefe Einblicke in die Seelenlandschaft der Menschen und hätten wie kaum ein anderer das Bild Brandenburgs geprägt.
Bedeutender Autor der DDR
Günter de Bruyn galt zu DDR-Zeiten als einer der bedeutendsten Autoren des Landes. Sein bekanntester Roman ist die Dreiecksgeschichte „Buridans Esel“ aus dem Jahr 1968, in der sich ein wehleidiger Bibliothekar nicht zwischen zwei Frauen entscheiden kann. Das Werk zählt zu den Klassikern der deutschsprachigen Literatur. De Bruyn erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den renommierten Thomas-Mann-Preis und den Deutschen Nationalpreis.
Kritischer Begleiter der Wendezeit
Nach der friedlichen Revolution von 1989 begleitete de Bruyn den gesellschaftlichen Umbruch und das mühsame Zusammenwachsen von Ost und West in kritischen Essays. Er starb im Jahr 2020 im Alter von 93 Jahren. In Beeskow im Osten Brandenburgs beherbergt die Günter-de-Bruyn-Stiftung seinen literarischen Nachlass und bewahrt sein Erbe für künftige Generationen.
Veranstaltungen und Ausstellungen geplant
Im Herbst werde eine Ausstellung ihm zu Ehren im Kulturministerium eröffnet, kündigte Ministerin Schüle an. „Ob in Potsdam, Beeskow, Görsdorf, Erkner oder Zeuthen – in diesem Jahr kann man dem großen Schriftsteller an vielen Orten in Brandenburg begegnen und nachspüren.“ Die Stiftung vergibt zudem Stipendien an Künstlerinnen und Künstler, um das literarische Schaffen im Sinne de Bruyns zu fördern. Das Jubiläumsjahr bietet zahlreiche Gelegenheiten, sich mit dem Werk und der Person Günter de Bruyns auseinanderzusetzen.



