Die Linke in Berlin tritt mit einer ambitionierten Kandidatin an: Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin werden und den amtierenden Kai Wegner (CDU) ablösen. Ihre Kampagne setzt auf eine Mischung aus klassisch linken Forderungen und einem Hauch von Law and Order – allerdings von links.
Kampf gegen überteuerte Mieten und Müll
Eralp, die als Spitzenkandidatin der Berliner Linken ins Rennen geht, macht vor allem zwei Themen zu ihren Schwerpunkten: die explodierenden Mietpreise und die zunehmende Vermüllung der Stadt. „Berlin darf keine Stadt für Reiche werden, sondern muss bezahlbar bleiben“, sagte sie bei ihrer Vorstellung. Gleichzeitig kündigte sie einen härteren Kurs gegen illegale Müllentsorgung an. „Wir brauchen mehr Sauberkeit und Ordnung – das ist kein Widerspruch zu sozialer Gerechtigkeit“, so Eralp.
Risiko eigene Partei
Doch die größte Herausforderung für Eralp könnte die eigene Partei sein. Die Berliner Linke gilt als zerstritten und hat in den vergangenen Jahren an Zustimmung verloren. Intern gibt es Flügelkämpfe zwischen Pragmatikern und dem linken Parteiflügel. Eralp, die dem gemäßigten Lager zugerechnet wird, muss daher nicht nur gegen die politische Konkurrenz, sondern auch gegen Widerstände in den eigenen Reihen kämpfen. „Ich will die Linke wieder zu einer Volkspartei machen, die für alle Berliner da ist“, erklärte sie.
Law and Order von links
Mit ihrer Forderung nach mehr Sicherheit und Sauberkeit versucht Eralp, auch Wähler anzusprechen, die traditionell eher konservativ wählen. „Law and Order ist nicht rechts. Auch Linke wollen in einer sicheren und sauberen Stadt leben“, betonte sie. Dieser Spagat zwischen sozialen Themen und Ordnungspolitik könnte ihr helfen, neue Wählerschichten zu erschließen – birgt aber auch das Risiko, die eigene Basis zu verprellen.
Aussichten für die Wahl
Die Berliner Wahl im Herbst 2026 wird zeigen, ob Eralp mit ihrer Strategie Erfolg hat. Aktuelle Umfragen sehen die Linke bei etwa zwölf Prozent – deutlich hinter der CDU und den Grünen. Dennoch könnte Eralp mit einem starken Wahlkampf und klaren Positionen überraschen. „Ich bin überzeugt, dass Berlin eine linke Regierung braucht. Ich werde alles dafür geben“, sagte sie abschließend.



