Das Bangen um den Klassenerhalt geht für den Hamburger SV weiter. Der Traditionsclub verpasste am Samstagabend im heimischen Volksparkstadion eine Vorentscheidung im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga. Gegen den Champions-League-Anwärter TSG Hoffenheim unterlag der ersatzgeschwächte HSV mit 1:2 (1:2). In einer intensiven Partie erwiesen sich die Gäste als abgezockter.
Hoffenheim träumt von der Königsklasse
Die TSG darf dank des zweiten Erfolgs in Serie weiter von der Königsklasse träumen. Zumindest über Nacht sprang Hoffenheim auf Rang vier der Tabelle. Fisnik Asllani (18.) mit seinem zehnten Saisontreffer und Tim Lemperle (45.) schossen den 17. Saisonsieg für das Überraschungsteam heraus. Das Foulelfmeter-Tor von Robert Glatzel (34.) war zu wenig für den HSV.
HSV bleibt trotz Niederlage knapp über dem Strich
Die Hamburger, die nun bereits seit sechs Spielen sieglos sind, kamen nur wegen der schwächelnden Konkurrenz recht glimpflich davon. Da auch der VfL Wolfsburg und der FC St. Pauli zuvor nicht gewannen, trennen den HSV drei Spieltage vor Schluss noch immer fünf Punkte vom Relegationsplatz.
„Wir können und müssen es besser machen“, hatte Merlin Polzin mit Blick auf die 1:4-Packung im Hinspiel in Hoffenheim gesagt. Für den HSV-Trainer, der unter anderem auf Topverteidiger Luka Vuskovic, Miro Muheim und Jean-Luc Dompé verzichten musste, galt es dann aber trotz einer ausgeglichenen Anfangsphase, den nächsten Rückschlag zu verkraften. Nach einer starken Flanke von Vladimir Coufal hatte Asllani in der Mitte zu viel Platz und traf unbedrängt.
Hoffenheims Pressing und individuelle Fehler
Hoffenheim setzte nach dem 2:1-Sieg über Borussia Dortmund und dem frühen Führungstreffer auf das gewohnt hohe Pressing. Dem HSV gelang es aber immer wieder, sich daraus zu lösen und gefährliche Räume zu bespielen. Den Ausgleich ermöglichte dann ein individueller Fehler: Ozan Kabak misslang ein Rückpass, Glatzel spritzte dazwischen und konnte von Nationaltorhüter Oliver Baumann nur durch ein Foul gestoppt werden. Der Stürmer trat zum fälligen Strafstoß selbst an und schob ihn in die Mitte.
Der Volkspark verfiel in Ekstase, doch die hielt nur kurz an. Bei einer scheinbar harmlosen Situation bekamen die defensiv wackligen Hamburger den Ball nicht geklärt, Lemperle war plötzlich frei und erzielte aus kurzer Distanz sein achtes Saisontor.
Heuer Fernandes hält HSV im Spiel
Nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste dominant. Der auffällige Coufal sorgte mit seinen Top-Flanken immer wieder für Gefahr – doch Daniel Heuer Fernandes hielt den HSV bis in die Schlussphase hinein im Spiel. Nach einer Ecke verpasste Bakery Jatta freistehend per Kopf den Ausgleich (74.).



