Bätzing verteidigt Segnung Homosexueller gegen Papst-Kritik
Bätzing verteidigt Segnung Homosexueller gegen Papst

Der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der reformorientierte Limburger Bischof Georg Bätzing, hält an der Segnung homosexueller Paare fest. Damit stellt er sich gegen die Kritik von Papst Leo XIV., der die Segensfeiern in Deutschland am Donnerstag während seiner Rückreise von Afrika nach Rom bemängelt hatte.

Bätzing: Segensfeiern sind Ausdruck gelebter Treue

Segensfeiern für homosexuelle Paare gingen „auf den Wunsch von katholischen Menschen in solchen Partnerschaften ein, die nicht kirchlich heiraten können oder wollen“, ihre „gelebte Treue und Verantwortung“ aber dennoch unter den Segen Gottes stellen wollten, sagte Bätzing der Deutschen Presse-Agentur. Auch wenn solche Feiern nicht gänzlich auf der Linie des Vatikans seien, stünden sie nach seiner Überzeugung doch „in einem verantwortbaren Rahmen, der die Einheit der Kirche nicht gefährdet“.

ZdK-Präsidentin: Keine Verwechslung mit Ehesakrament

Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), stellte klar, dass die zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz erarbeitete Handreichung für Segensfeiern für homosexuelle Paare Bestand habe. „Es gibt keinen Grund, die Handreichung zurückzunehmen oder zu ändern“, sagte Stetter-Karp der Nachrichtenagentur. Es sei bekannt, dass Papst Leo Wert darauf lege, dass die Segensfeiern nicht wie Trauungen wirken dürfen. Diese Gefahr bestehe aber nicht: „Eine Verwechslung mit dem Ehesakrament ist ausgeschlossen“, betonte Stetter-Karp.

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Papst Leo: Vatikan nicht einverstanden

Papst Leo XIV. hatte am Donnerstag während seiner Rückreise von Afrika nach Rom Kritik an den Segensfeiern in Deutschland geübt. Er sagte, der Vatikan sei mit förmlichen Segnungen von homosexuellen Paaren „nicht einverstanden über das hinaus, was von Papst Franziskus erlaubt wurde, als er gesagt hat, dass alle den Segen erhalten können“. Dann fügte er hinzu: „Franziskus’ berühmt-berüchtigte Formulierung ‚tutti, tutti, tutti‘ (‚alle, alle, alle‘) ist Ausdruck der Überzeugung der katholischen Kirche, dass alle willkommen und eingeladen sind, Jesus zu folgen.“

Konservative Bischöfe lehnen Segnungen ab

Nach traditioneller katholischer Auffassung ist Homosexualität eine Sünde. Umfragen unter deutschen Katholiken haben jedoch immer wieder gezeigt, dass eine überwältigende Mehrheit den dringenden Wunsch hat, dass die Kirche auf queere Menschen zugeht und sie nicht mehr diskriminiert. Konservative deutsche Bischöfe erlauben in ihren Bistümern keine Segensfeiern für homosexuelle Paare. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki reagierte erfreut auf die Klarstellung des Papstes. Er nehme die Äußerungen des Heiligen Vaters „mit Dankbarkeit zur Kenntnis“. Gleichzeitig betonte er, dass es „für uns im Erzbistum Köln selbstverständlich ist, alle Menschen zu segnen und ihnen die Nähe Gottes zuzusprechen“. Damit ist ein allgemeiner Segen gemeint, nicht die spezifische Segnung homosexueller Paare.

Synodalversammlung gestattet Segensfeiern ab März 2026

Ab März 2026 erlaubt die Synodalversammlung der katholischen Kirche in Deutschland offiziell Segensfeiern für homosexuelle Paare. Dies ist ein Ergebnis des Synodalen Weges, der Reformprozesse in der deutschen Kirche vorantreibt. Bätzing und Stetter-Karp sehen darin einen wichtigen Schritt zur Öffnung der Kirche gegenüber queeren Menschen.

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