Chirurg Alexis Kauth bekämpft Lipödem: Tabuthema mit schweren Folgen für Frauen
Chirurg kämpft gegen Lipödem-Tabu bei Frauen

Chirurg Alexis Kauth nimmt sich dem Tabuthema Lipödem an

Im Gespräch mit Dr. med. Alexis Kauth, einem erfahrenen plastisch-ästhetischen Chirurgen bei Aesthetify, steht ein zentrales Thema im Fokus: der intensive Schmerz, den viele Frauen aufgrund einer oft verkannten Erkrankung ertragen müssen. Der Mediziner, der seine operativen Eingriffe unter anderem in der Düsseldorfer Klinik nach § 30 der Gewerbeordnung durchführt, widmet sich mit großer Leidenschaft einem gesellschaftlichen Tabuthema – dem Lipödem. Diese schmerzhafte Fettverteilungsstörung betrifft fast ausschließlich Frauen und führt nicht nur zu körperlichen, sondern auch zu erheblichen psychischen Belastungen.

Die versteckte Qual: Symptome und Stigmatisierung

Das Lipödem äußert sich typischerweise durch Schwellungen an den Extremitäten, also an Oberschenkeln, Unterschenkeln, Oberarmen und Unterarmen. Dr. Kauth betont, dass es sich hierbei um eine ernstzunehmende Erkrankung handelt, die nichts mit Lifestyle oder Übergewicht zu tun hat. Zu den Symptomen zählen Druckschmerzen, schnelle Bildung von blauen Flecken, ein starkes Spannungsgefühl im Körper sowie schwere Beine, die die Bewegungsfreiheit einschränken. „Das Hauptproblem ist aber der Schmerz“, erklärt der Chirurg eindringlich.

Besonders belastend ist für die betroffenen Frauen die soziale Stigmatisierung. „Die Abgrenzung zu Übergewicht im Sinne reiner Fettleibigkeit ist nicht immer leicht. Viele Patientinnen werden in ihrem Umfeld stigmatisiert. Manche werden als dick abgestempelt“, berichtet Dr. Kauth. Sie erhalten oft gut gemeinte, aber völlig unpassende Ratschläge wie mehr Sport oder Ernährungsumstellung. „Sowas macht die betroffenen Frauen psychisch extrem fertig“, fügt er mit Nachdruck hinzu. Auffällig ist dabei das charakteristische Erscheinungsbild: Oft haben die Patientinnen einen schlanken Oberkörper, während die Beine voluminös geschwollen sind.

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Ganzheitlicher Therapieansatz: Von konservativen Methoden zur Operation

Dr. Kauth verfolgt einen umfassenden Therapieansatz, der sowohl die Symptome als auch die Ursachen adressiert. Zunächst werden konservative Methoden über einen Zeitraum von sechs Monaten ausgeschöpft, darunter:

  • Kompressionstherapie mit speziellen Strümpfen oder Bandagen
  • Regelmäßige Lymphdrainagen zur Entstauung der geschwollenen Bereiche
  • Physiotherapeutische Maßnahmen zur Schmerzlinderung

Führen diese Maßnahmen nicht zur gewünschten Linderung, kommt der kausale Therapieansatz in Betracht: die Fettabsaugung, medizinisch als Liposuktion bezeichnet. Dr. Kauth setzt dabei auf die PAL-Methode (Power-Assisted Liposuction), die er mit einer Radiofrequenztherapie kombiniert. Bei diesem Verfahren wird durch eine minimalinvasive Kanüle, die im Gewebe vibriert, das erkrankte Fettgewebe gelöst und gleichzeitig abgesaugt. „Wir bringen an einer minimalen Einstichstelle von vielleicht drei Millimetern eine Lösung unter die Haut“, erläutert der Experte. Diese Lösung enthält Adrenalin zur Blutungsstillung und Betäubungsmittel für den Komfort der Patientin.

Sorgfältige Behandlung in mehreren Schritten

Die Behandlung erfolgt stets mit größter Sorgfalt und unter Beachtung medizinischer Leitlinien. Dr. Kauth betont, dass nicht zu viel Fett auf einmal abgesaugt werden darf, da sonst Mangelerscheinungen durch den Verlust von Wasser, Blut und Elektrolyten drohen können. „Die Leitlinie gibt vor: maximal zehn Prozent vom Körpergewicht“, erklärt er. Daher wird die Fettabsaugung oft in mehreren Terminen durchgeführt, beispielsweise zuerst an der Vorderseite der Beine und später an der Rückseite.

Nach der Fettabsaugung folgt die Radiofrequenztherapie, die die Produktion von Hyaluron anregt und so die Haut strafft. „Wenn ich aus einem erkrankten Oberschenkel viel Fett entferne, hängt die Haut erstmal“, beschreibt Dr. Kauth. „Die Frau schaut sich dann trotzdem nicht gerne im Spiegel an“. Durch die Straffung wird dieses Problem behoben. Nach der Behandlung kann es etwa zwei Wochen lang zu Schwellungen kommen, danach zeigt sich das endgültige Ergebnis.

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Ursachenforschung und frühe Diagnose

Die genauen Ursachen des Lipödems sind in der Medizin noch nicht vollständig geklärt. Dr. Kauth weist jedoch auf bedeutende Faktoren hin: „Hormonelle Faktoren und die genetische Veranlagung spielen eine große Rolle“. Oft beginnt die Erkrankung in hormonellen Umstellungsphasen wie der Pubertät oder der Menopause. Der Chirurg betont die Wichtigkeit der Früherkennung: „Je schneller eine Diagnose gestellt wird, desto besser lassen sich Beschwerden kontrollieren“.

Emotionale Belohnung: Dankbarkeit der Patientinnen

Für Dr. Kauth ist die Arbeit mit Lipödem-Patientinnen besonders erfüllend. Er erlebt regelmäßig „unendliche Dankbarkeit“ und sieht Freudentränen bei Nachkontrollen. „Patientinnen, die sagen: ‚Hätte ich das mal eher gemacht. Ich kann endlich wieder anziehen, was ich möchte und habe keine Schmerzen mehr‘“, erzählt er mit zufriedener Stimme. Diese positive Rückmeldung und die spürbare Verbesserung der Lebensqualität motivieren ihn, weiter gegen das Tabuthema Lipödem anzukämpfen und betroffenen Frauen zu helfen, ihr Leiden zu überwinden.