AfD-Politiker Felser: Kind angeblich in Neonazi-Jugendgruppe
AfD-Politiker Felser: Kind in Neonazi-Jugendgruppe?

Einem brisanten Bericht zufolge soll ein minderjähriges Kind des AfD-Bundestagsabgeordneten Peter Felser (56) auf Fotos einer rechtsextremen Jugendorganisation zu sehen sein. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichtet, dass der Junge auf Bildern der Gruppe „Jungadler“ abgebildet ist, die im Verdacht steht, die inzwischen verbotene „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) ideologisch fortzuführen.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Die „Jungadler“ organisieren Zeltlager und Fahrten für Kinder und Jugendliche und werden von den Sicherheitsbehörden beobachtet. Seit Anfang 2025 ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft in diesem Umfeld. Besonders brisant: Zum Zeitpunkt der Aufnahmen soll das Kind noch minderjährig gewesen sein. Felser, der parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion ist und zu den zentralen Strategen der Partei im Bundestag zählt, hatte bereits im vergangenen Jahr mit ähnlichen Vorwürfen zu kämpfen. Damals hieß es von einem Anwalt, der Abgeordnete habe davon nichts gewusst und das Kind sei volljährig gewesen. Auf aktuelle Nachfragen reagierten weder Felser noch sein Anwalt.

„Führerschulen“ bei den „Jungadlern“

Die „Jungadler“ selbst sollen laut internen Unterlagen weit über klassische Jugendfahrten hinausgehen. In sogenannten „Führerschulen“ würden Jugendliche demnach ideologisch geschult – mit Themen wie Lagerorganisation, Geschichtsdeutung und NS-nahen Vorbildern und Texten. Die Gruppe agiere zudem stark abgeschottet: kein öffentlicher Auftritt, keine Werbung, keine offene Rekrutierung. Neue Mitglieder kämen vor allem über persönliche Kontakte und familiäre Netzwerke hinzu. Experten sprechen laut den Recherchen von einer bewusst elitären Struktur, die an frühere verbotene rechtsextreme Jugendbünde erinnert – nur deutlich verdeckter.

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Weitere Verbindungen zu AfD-Politikern

Auch im Umfeld eines weiteren AfD-Politikers gibt es ähnliche Hinweise: Kinder des sachsen-anhaltischen Landtagsmitarbeiters und Ortsbürgermeisters Laurens Nothdurft sollen ebenfalls auf Jungadler-Fotos und in Dokumenten auftauchen. Nothdurft war früher selbst führend in der inzwischen verbotenen HDJ aktiv. Eine aktuelle Anfrage der „Zeit“ blieb unbeantwortet; zuvor hatte er entsprechende Verbindungen bestritten. Die Berichterstattung stützt sich auf interne Unterlagen und Fotomaterial des Jungadlers, die dem Medium zugespielt worden sein sollen.

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