Ein rätselhafter Fund aus der Tiefsee des Golfs von Alaska hat die Wissenschaft jahrelang beschäftigt. Nun ist das Geheimnis der goldenen Kugel gelüftet – und die Lösung überrascht.
Die Entdeckung der goldenen Kugel
Bereits im Jahr 2023 entdeckte ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) in mehr als 3.000 Metern Tiefe ein seltsames Objekt. Es war goldfarben, hügelartig geformt, wies ein Loch in der Mitte auf und klebte an einem Felsen fest. Die Forscher bargen die Kugel und schickten sie zur Untersuchung an das Smithsonian National Museum of Natural History.
Erste Analysen
Die Wissenschaftler untersuchten zunächst die physische Struktur der Kugel. Dabei stellten sie fest, dass es sich nicht um ein Tier handelte, sondern um ein faseriges Material, das mit stechenden Zellen bedeckt war – ähnlich wie bei Seeanemonen oder Korallen. Diese Zellen wurden als Spirozysten identifiziert, eine spezialisierte Zellstruktur, die zum Fangen von Beute dient.
Der Durchbruch durch einen Vergleich
Das Forschungsteam erkannte, dass die Zellen denen eines bereits 2021 gesammelten Exemplars ähnelten. Sie verglichen die goldene Kugel mit diesem Fund und kamen zu dem Schluss, dass es sich um dieselbe Art handelt. Erste DNA-Tests waren nicht eindeutig, doch die vollständige Genomsequenzierung zeigte, dass beide Proben genetisch nahezu identisch mit einer Art von Nesseltier namens Relicanthus daphneae sind. Weitere Analysen ergaben, dass die Kugel einst Teil der Basis einer riesigen Seeanemone war.
Was geschah mit dem Rest der Anemone?
Das goldene Objekt ist normalerweise unter der Seeanemone verborgen, so die NOAA. Doch irgendwie scheint es zurückgelassen worden zu sein. Was mit dem oberen Teil der Anemone passiert ist, wissen die Forscher noch nicht. Die NOAA vermutet, dass die Anemone gestorben sein oder an einen neuen Ort gewandert sein könnte. Die vollständige Anemone hat einen rosafarbenen, zylindrischen Körper, der bis zu etwa einem Meter breit werden kann. Ihre Tentakel können bis zu zwei Meter lang werden. Ihre stechenden Spirozysten gehören zu den größten unter allen bekannten Nesseltieren.
William Mowitt, Direktor der NOAA Ocean Exploration, sagte: „Bei der Erforschung der Tiefsee stoßen wir so oft auf faszinierende Rätsel wie die ‚goldene Kugel‘. Mit fortschrittlichen Techniken wie DNA-Sequenzierung können wir immer mehr davon lösen.“



