Hantavirus: Infektionsrisiko durch Nager und Staub minimieren
Hantavirus: Schutz vor Nager-Übertragung

Greifswald - Hantaviren sind weltweit verbreitet und werden hauptsächlich von Nagetieren übertragen. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) kann man überall dort mit dem Virus in Kontakt kommen, wo Mäuse, Ratten und andere Nager leben. Ein direkter Kontakt mit den Tieren ist nicht erforderlich, da die Viren in den Ausscheidungen infizierter Nager vorhanden sind.

Ansteckungswege und Risikogruppen

Menschen infizieren sich meist durch das Einatmen von Staub, der mit Kot oder Urin kontaminierter Nager angereichert ist. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet laut FLI wahrscheinlich nicht statt. Die höchste Infektionsgefahr besteht in den Monaten Mai bis September. Besonders gefährdet sind Personen, die:

  • in der Forstwirtschaft oder auf dem Bau arbeiten,
  • Scheunen, Schuppen, Ställe oder von Nagern befallene Häuser reinigen,
  • Aktivitäten im Freien ausüben, die zu Kontakt mit Nagern und ihren Ausscheidungen führen können, wie Gartenarbeit, Holzhacken, Jagen, Joggen oder Zelten,
  • sich in Gebieten mit hohem Nagerbestand aufhalten, auch in städtischen Hinterhöfen mit Mülltonnen.

Prävention: So halten Sie Nager fern

Der beste Schutz vor Hantaviren ist die Vermeidung von Nagerkontakt. Das FLI empfiehlt folgende Maßnahmen:

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  • Lebensmittel und Tierfutter unzugänglich aufbewahren und über Nacht nicht frei stehen lassen.
  • Keine Essensreste auf dem Hauskompost entsorgen.
  • Verschließbare Mülleimer verwenden.
  • Mögliche Eindringstellen am Haus abdichten, etwa mit Stahlwolle oder Beton.
  • Mögliche Unterschlüpfe wie Sperrmüllhaufen, Altreifen oder Müllhaufen beseitigen.
  • Erkannten Schädlingsbefall zügig bekämpfen oder bekämpfen lassen.

Sichere Entsorgung toter Nager und Reinigung

Wenn Sie tote Mäuse oder Ratten sowie deren Hinterlassenschaften entfernen, gehen Sie wie folgt vor, um eine Verbreitung der Viren zu vermeiden:

  • Tragen Sie Gummihandschuhe und bei Staubentwicklung einen eng anliegenden Mund-Nasenschutz, idealerweise eine FFP3-Maske.
  • Lüften Sie betroffene Räume vor der Reinigung mindestens 30 Minuten lang.
  • Vermeiden Sie Staubaufwirbelung. Benutzen Sie keinen Staubsauger, da dieser die Viren verteilen könnte.
  • Sprühen Sie Mäusenester und Kot großzügig mit Reinigungsmittel ein, um Staub zu binden.
  • Entsorgen Sie Kadaver in Plastiktüten über den Hausmüll.
  • Reinigen Sie Fallen und Werkzeuge gründlich. Duschen Sie sich anschließend, inklusive Haarwäsche.

Symptome einer Hantavirus-Infektion

Laut FLI verläuft die Infektion häufig ohne Symptome oder so mild, dass sie unbemerkt bleibt. Der Schweregrad hängt von der Virusart ab. Mitteleuropäische Hantaviren verursachen grippeähnliche Symptome mit hohem Fieber über drei bis vier Tage sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In einer späteren Phase können Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen auftreten. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind laut WHO drei Menschen mutmaßlich nach einer Hantavirus-Infektion gestorben.

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