Die Regionalliga Nordost ist ohne diesen Klub kaum vorstellbar. Doch dem ZFC Meuselwitz droht in dieser Saison der Abstieg in die Oberliga. Die Lage ist so bedrohlich wie selten zuvor.
Fünf Niederlagen in Serie
Mit 0:4 verlor der ZFC am Sonntag das Heimspiel gegen die BSG Chemie Leipzig, einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Es war die fünfte Niederlage in Folge. Trainer Georg-Martin Leopold (48) analysierte im MDR: „Das war einfach schlecht. Heute macht erst einmal gar nichts Mut. Vielleicht ist es der Reiz, dass wir sagen: Jetzt können wir gar nichts mehr verlieren. Wir müssen beide Spiele gewinnen, ansonsten sind wir abhängig davon, ob unser Meister aufsteigt.“
Abhängig vom Meisteraufstieg
Hertha Zehlendorf und der FC Eilenburg planen bereits für die Oberliga. Der ZFC ist als Drittletzter darauf angewiesen, dass einer der Meisterkandidaten Lok Leipzig oder Carl Zeiss Jena den Aufstieg in die 3. Liga schafft. Sollte der Meister nicht aufsteigen, gibt es einen dritten Absteiger, da Erzgebirge Aue aus der 3. Liga in die Regionalliga Nordost absteigen muss.
Kein Vertrag für die Oberliga
Seit 2009 spielen die Thüringer aus Meuselwitz (10.000 Einwohner) ununterbrochen in der 4. Liga und wurden durch ihren familiären Charakter zum Kultklub. Präsident Hubert Wolf (57) sagte: „Der Abstieg droht uns nicht zum ersten Mal, aber es könnte sein, dass es das erste Mal passiert. Wir haben es nicht mehr selbst in der Hand. Ernsthafte Gespräche gab es genug. Entweder die Spieler wackeln jetzt los und erkennen, dass es fünf vor zwölf ist, oder sie haben weiter weiche Knie.“ Mit Trainer Leopold wurde erst vor kurzem verlängert.
Unternehmer Wolf (bluechip Computer) bleibt dennoch relativ entspannt: „Fußball wird trotzdem weiter gespielt, in welcher Liga auch immer. Sicher hoffen wir mehr als in anderen Jahren, dass unser Regionalligameister diesmal aufsteigt.“ Allerdings hat kein Spieler einen Vertrag für die Oberliga. Wolf: „Das Trainerteam muss jetzt Prioritäten setzen, wen sie im Fall der Fälle mitnehmen wollen. Wenn du eine neue Mannschaft aufbauen willst, wo alles nur heurige Hasen sind, dann steigst du damit nicht auf.“ Deshalb soll unter anderem Kapitän René Eckardt (36) dazu bewegt werden, noch ein Jahr dranzuhängen.



