Halle (Saale)/MZ. - Mit der Straßenbahn fahre ich in Richtung Frohe Zukunft. Doch Baustellen zwingen mich zum Umweg, und so steige ich am Gertraudenfriedhof aus. Es ist mein erster Ausflug als neuer Stadtschreiber von Halle. Warum nicht mit dem Tod beginnen?
Eine Reise in die Vergangenheit
Aron Boks ist Halles neuer Stadtschreiber. Während seiner Amtszeit bis September plant der junge Autor, aus Erinnerungsorten der DDR und biografischen Fragmenten eine neue Erzählung von Stadt und Herkunft zu formen. Diese Reise beginnt ausgerechnet auf dem Friedhof, wie er im ersten Teil seiner neuen MZ-Kolumne erzählt.
Der Gertraudenfriedhof als Ausgangspunkt
Der Gertraudenfriedhof ist nicht irgendein Ort. Er ist ein Ort der Stille, der Erinnerung und des Vergehens. Hier, zwischen alten Grabsteinen und verwitterten Kreuzen, sucht Boks nach Spuren einer vergangenen Zeit. Die DDR mag zwar untergegangen sein, doch ihre Relikte sind noch allgegenwärtig. Jeder Friedhof erzählt Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnungen und Enttäuschungen.
In seiner Kolumne will Boks diese Geschichten einfangen und zu einem neuen Bild von Halle zusammenfügen. Es geht ihm nicht um politische Wertungen, sondern um persönliche Annäherungen. Der Friedhof als Ort des Anfangs mag ungewöhnlich erscheinen, doch für Boks ist er der ideale Startpunkt: „Der Tod ist der Anfang aller Geschichten“, schreibt er.
Die Kolumne wird in den kommenden Monaten regelmäßig erscheinen und Einblicke in das Leben und Denken des Stadtschreibers geben. Leser können sich auf überraschende Perspektiven und poetische Reflexionen freuen.



