„Ready2print“-Ausstellung: Lichter im Dunkeln – Frauen im Holocaust
Ausstellung: Frauen im Holocaust selbst ausdrucken

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat eine einzigartige Ausstellung ins Leben gerufen: „Lichter im Dunkeln: Frauen während des Holocaust“. Sie porträtiert jüdische Frauen, die unter der nationalsozialistischen Verfolgung litten. Besonderes Merkmal: Die Ausstellung kann von Interessierten selbst ausgedruckt und aufgestellt werden – in Museumsqualität.

Das Schicksal jüdischer Frauen im Nationalsozialismus

Im Nationalsozialismus wurden Frauen als Gebärmaschinen für die „Volksgemeinschaft“ betrachtet. Jüdische Frauen galten als Elemente, die vernichtet werden mussten, um das Entstehen zukünftiger Generationen zu verhindern. Mehr als zwei Millionen Frauen wurden von Nazi-Schergen ermordet, unzählige weitere traumatisiert. Die Ausstellung gibt diesen Opfern ein Gesicht.

Beispiel Hilde Grünbaum: Musik als Rettung

Eine der porträtierten Frauen ist Hilde Grünbaum. Die Berlinerin wurde im April 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ihre Begabung als Geigerin rettete ihr das Leben: Sie wurde Mitglied des Frauenorchesters und später die rechte Hand der musikalischen Leitung. In dieser Funktion brachte sie Freundinnen im Lagerorchester unter, wo die Gefangenen nicht nur bessere Verpflegung erhielten, sondern auch der Schwerstarbeit entgingen – und damit der „Vernichtung durch Arbeit“.

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Kategorien der Ausstellung

Die Ausstellung ist in neun Kategorien unterteilt, die den alltäglichen Überlebenskampf jüdischer Frauen zeigen. Dazu gehören Freundschaft, Liebe und Weiblichkeit. In der Kategorie Weiblichkeit wird die Geschichte von Margot Fink erzählt.

Margot Fink: Ein Kamm als Symbol der Weiblichkeit

Margot Fink wurde 1925 in Köln geboren und 1943 in einem Versteck in Amsterdam entdeckt. Nach Zwangsarbeit bei Philips deportierten die Nazis sie nach Auschwitz und später ins Frauenlager Reichenbach. Sie überlebte die Lager und einen Todesmarsch. Nach der Befreiung sagte sie: „Ich hatte die Gelegenheit, ein wenig übrig gebliebenen Draht zu stehlen. Darauf habe ich mir einen Kamm gemacht. Ich habe den Kamm die ganze Zeit mit mir herumgetragen, womit ich riskiert habe, dass sie mich erwischen. Ich nehme an, dass ich schwer bestraft worden wäre, wenn sie mich erwischt hätten.“ Trotz aller Gefahren ließ sie sich ihre Weiblichkeit nicht nehmen.

So können Sie die Ausstellung selbst ausdrucken

Die Ausstellung „Lichter im Dunkeln: Frauen während des Holocaust“ ist noch bis zum 30. September 2026 auf dem Campus Berlin-Schöneberg zu sehen. Es handelt sich um eine ready2print-Ausstellung. Firmen, Vereine, Gemeinden oder Schulen können sich an Yad Vashem wenden und erhalten die Dateien zum Selbstausdrucken. Interessierte können sich hier bei der Gedenkstätte melden.

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