Mutter des Bölleropfers: Hoffe auf Erwachen aus Albtraum
Mutter des Bölleropfers: Hoffe auf Erwachen (25.04.2026)

Carmen Brosius durchlebt derzeit einen Albtraum. Ihr neunjähriger Sohn Ben liegt in der Universitätsklinik Lübeck im künstlichen Koma und kämpft um sein Leben. Der Junge war am Sonntag mit einer zehnjährigen Freundin in einem Waldstück bei Neu Krenzlin im Landkreis Parchim-Ludwigslust unterwegs, als mutmaßlich ein Böller in seiner Hand explodierte. Die genauen Umstände des Unglücks sind weiterhin unklar. Die Freundin erlitt Brandverletzungen und wurde ins Krankenhaus nach Schwerin gebracht, während Ben mit einem Rettungshubschrauber in die Uniklinik nach Lübeck geflogen wurde.

Schwere Verletzungen und Koma

Seit dem Unfall weicht Carmen Brosius nicht mehr von der Seite ihres Sohnes. Die Ärzte mussten dem Jungen beide Hände amputieren. Zudem verlor Ben durch die Explosion sein Augenlicht. Um die Heilung der Wunden zu ermöglichen, liegt er weiterhin im künstlichen Koma. „Die Ärzte wollen beraten, wann sie Ben aus dem künstlichen Koma zurückholen“, berichtet die Mutter im Gespräch mit dem Nordkurier. Ein hoffnungsvolles Zeichen sei, dass Ben seit Mittwoch auf sie reagiere. „Wir hatten Angst, dass er auch sein Gehör verloren haben könnte“, so Brosius.

Die schwierige Frage nach dem Wie

Einer der schwierigsten Momente steht Carmen Brosius jedoch noch bevor: Sie muss Ben nach dem Aufwachen erklären, was passiert ist. „Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Wie sagt man das einem Kind?“, fragt sie verzweifelt. An ihrer Seite sind Bens Vater und ein Seelsorger. „Dafür bin ich dankbar. Ich danke auch den Ärzten und dem Team in der Uniklinik Lübeck. So etwas habe ich noch nie erlebt. Sie gehen respektvoll mit Ben um und kümmern sich auch um mich. Wenn eine Pflegerin an sein Bett kommt, stellt sie sich vor und erklärt, was sie macht. Wenn ich kurz das Zimmer verlasse, schalten sie die Toniebox mit seiner Lieblingsgeschichte von Peterson und Findus ein.“

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Spendenaktion als Stütze

Carmen Brosius weiß nicht, wie es weitergehen wird. „Ich hoffe immer, dass ich aus diesem Albtraum erwache“, sagt sie. Kraft gibt ihr die von Chris Hogrefe initiierte Spendensammlung. Der IT-Spezialist aus Heidesee, selbst Vater von zwei Mädchen und einer Pflegetochter, startete spontan auf der Spendenplattform GoFundMe eine Aktion zugunsten der Familie, um die alleinstehende Mutter finanziell zu unterstützen. Bisher haben Spender bereits 10.300 Euro (Stand: 22. April, 19 Uhr) gesammelt. „Es ist einfach schön zu sehen, dass so viele Menschen jetzt in Gedanken bei Ben sind und die schweren Stunden mit uns teilen“, sagt Carmen Brosius.

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