Speierling-Pflanzaktion: Seltenster Baum Europas in MV heimisch
Speierling-Pflanzaktion: Seltenster Baum in MV heimisch

Gemeinsame Pflanzaktion im Forstamt Sandhof

Sechs Bewohner des psychosozialen Wohnheims „Haus am See“ in Plau erlebten einen besonderen Vormittag im Wald nahe Kuppentin. Gemeinsam mit Einrichtungsleiter Lutz Hoffmann pflanzten sie rund 300 Setzlinge des Speierlings. Unterstützt wurden sie vom Forstamt Sandhof durch Miriam Morgenstern, Magnus Neitzke und Revierleiter Benjamin Nissler.

Nachhaltigkeit und Gemeinschaft

„Mit der Aktion möchten wir Menschen zusammenbringen und gemeinsam etwas Nachhaltiges schaffen“, erklärte Revierleiter Benjamin Nissler. Der Speierling gilt als einer der seltensten Bäume Deutschlands und Europas. Magnus Neitzke vom Forstamt betonte: „Er mag Wärme und ist robust gegen Trockenheit – ideale Eigenschaften für einen Zukunftsbaum angesichts des Klimawandels.“ Die apfelähnlichen Früchte sind essbar und werden in Hessen unter anderem für Apfelwein genutzt.

Vor der Pflanzung erklärte Nissler den Teilnehmern die richtige Vorgehensweise: Die etwa drei Jahre alten Bäume müssen aus den Töpfen genommen, in vorbereitete Löcher gesetzt und vorsichtig angetreten werden. Die Kunststoffbänder werden entfernt, um Plastik im Wald zu vermeiden.

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Eifrige Helfer und lehrreiche Erfahrung

Besonders René zeigte sich hochmotiviert und stellte viele Fragen. Die Gruppe teilte sich auf: René brachte die Setzlinge, Ramona und „Herr Hoffmann“ setzten sie ein, Miriam Morgenstern entfernte die Bänder. Die Fläche war eine Kalamitätsfläche, die vor Jahren von einer Windhose verwüstet wurde. Inzwischen haben sich dort etwa neun Pflanzenarten angesiedelt, darunter Fichten und wilde Himbeeren.

Innerhalb einer Stunde pflanzten die Helfer rund 150 Bäume. René und Burghard kämpften sich mit Setzlingen durch das unwegsame Gelände, während Nissler mit dem Motorbohrer weitere Löcher vorbereitete.

Pädagogischer und motorischer Nutzen

Einrichtungsleiter Lutz Hoffmann, seit 2002 im Haus am See tätig, betonte den pädagogischen Wert: „Der Lebensraum Wald hat viele Facetten, die wir motorisch und pädagogisch nutzen können. Die Gerüche, Farben und frische Luft bieten neue Eindrücke. Der weiche Boden fördert Gleichgewichtssinn und Koordination.“

Nach getaner Arbeit überreichten die Forstamtsmitarbeiter zwei Setzlinge für den Garten der Einrichtung. Bei Bratwürstchen, Limonade und Kuchen ließen die Teilnehmer den Vormittag ausklingen. Hoffmann zeigte sich überzeugt: „Schlafen werden sie heute gut. An diesen Tag werden wir noch lange denken.“

Zurück in Plau wurde der Speierling sofort eingepflanzt und mit Draht vor Rehwild geschützt.

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