Thüringen: Russisch-Unterricht bricht ein – Gründe und Folgen
Russisch-Unterricht in Thüringen bricht ein

Immer weniger Schülerinnen und Schüler in Thüringen lernen Russisch. Die Zahl der Russisch-Lernenden ist in den vergangenen fünf Jahren drastisch gesunken und hat sich seit dem Schuljahr 2021/2022 mehr als halbiert. Das geht aus Daten des Thüringer Bildungsministeriums hervor. Welche Ursachen hinter diesem Rückgang stecken, ist nicht eindeutig zu klären. Mögliche Gründe sind der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der das Image der Sprache beeinträchtigt haben könnte, sowie die komplexe Grammatik mit ihren sechs Fällen. Doch es gibt weitere Faktoren, die eine Rolle spielen.

Weniger Russisch-Lehrer

Laut Bildungsministerium gibt es in Thüringen derzeit 897 ausgebildete Russisch-Lehrkräfte. Allerdings unterrichten nicht alle diese Sprache tatsächlich, da viele zusätzlich eine Lehrbefähigung in einem zweiten Fach besitzen. Die Altersstruktur ist problematisch: 48 Prozent der Russisch-Lehrer sind älter als 60 Jahre, 44 Prozent sind über 50. In den kommenden Jahren werden daher viele Lehrkräfte in den Ruhestand gehen, was das Angebot weiter reduzieren dürfte.

Angebot sinkt

Der Rückgang an Russisch-Lehrern führt zu weniger Unterrichtsangeboten. Das Ministerium stellt fest: „Angesichts der massiv gesunkenen Zahlen, Ausbildungszahlen und der Altersstruktur der im Thüringer Schuldienst beschäftigten Russischlehrkräfte setzt sich in den letzten Jahren ein rückläufiger Trend fort.“ Historisch bedingt war das Russisch-Angebot in der Vergangenheit größer, doch nun schrumpft es kontinuierlich.

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Konkurrenz durch andere Sprachen

Ob das Interesse der Schüler an Russisch generell abgenommen hat, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Fakt ist jedoch, dass Russisch in der Beliebtheitsskala hinter Latein und Spanisch zurückgefallen ist. Am häufigsten lernen Thüringer Kinder und Jugendliche neben Englisch Französisch als zweite Fremdsprache. Die zweite Fremdsprache wird in der Regel ab Klasse sechs angeboten, wobei jede Schule selbst entscheidet, ob Russisch Teil des Angebots ist – basierend auf verfügbaren Ressourcen und Schülerinteresse.

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