Vom Sterbebett zur Selbstständigkeit: Wie ein Schicksalsschlag Sabrina Wenzels Leben veränderte
Sterbebett zur Selbstständigkeit: Sabrina Wenzels Lebenswandel (21.04.2026)

Ein tragischer Verlust als Wendepunkt

Sabrina Wenzel war erst dreizehn Jahre alt, als ihre ältere Schwester Franziska zum ersten Mal an Krebs erkrankte. Diese Diagnose sollte das Leben der damals Neunzehnjährigen und ihrer gesamten Familie nachhaltig prägen. „Immer wieder kehrten die Tumore bei Franziska zurück“, erinnert sich die heute 41-Jährige mit bewegter Stimme. „Das war eine immense Tragödie für uns alle, meine Mutter ist daran fast zerbrochen.“ Dieser schmerzhafte familiäre Hintergrund motivierte Sabrina Wenzel später, eine Ausbildung zur Krankenschwester zu absolvieren – in der Hoffnung, ihrer Schwester praktisch helfen zu können.

Beruflicher Aufstieg und persönliche Krise

Nach ihrem Examen übernahm die junge Frau schnell Verantwortung und wurde bereits mit zwanzig Jahren in eine Führungsposition befördert. „Ich wurde quasi ins kalte Wasser geworfen und habe mich durchgebissen“, resümiert sie heute mit einem Lächeln. Viele Jahre lang leitete Sabrina Wenzel erfolgreich einen ambulanten Pflegedienst und meisterte die Herausforderungen dieses anspruchsvollen Berufsfeldes. Doch dann kehrte der Krebs nach zwei Jahrzehnten mit voller Wucht in das Leben ihrer Schwester zurück.

In den letzten Monaten wich Sabrina kaum von Franziskas Betteseite. „Ich musste Franzi förmlich beim Sterben zusehen. Das hat tiefe Spuren bei mir hinterlassen.“ Im Jahr 2019 schloss die Kranke endgültig die Augen, und Sabrina Wenzel stürzte in ein tiefes emotionales Loch. An diesem kritischen Punkt erkannte sie deutlich: Eine grundlegende Veränderung ihres Lebens war unausweichlich.

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Neuanfang und berufliche Neuorientierung

Als Mutter zweier Teenager (16 und 17 Jahre) begann sie, intensiv über ihre Stärken und Schwächen nachzudenken. Nach langer Reflexion bewarb sie sich bei einem großen kommunalen Unternehmen für eine Position in der Organisationsentwicklung – und wurde überraschend sofort eingestellt. „Ich habe dort gefühlt alles gemacht“, bilanziert sie die vergangenen drei Jahre zufrieden.

Ihr Aufgabenspektrum umfasste:

  • Einführung einer neuen Personalsoftware für über 500 Mitarbeiter
  • Entwicklung einer Lade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge
  • Durchführung umfangreicher Prozessanalysen
  • Entwicklung von Unternehmensleitbildern
  • Qualitätsmanagement für den öffentlichen Nahverkehr

„Diese vielseitigen Herausforderungen haben mich wirklich gefordert und weitergebracht“, erklärt die gelernte Krankenschwester, die auch Baubesprechungen leitete und als Vertreterin des Generalunternehmers Projekte beaufsichtigte.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Doch der Angestelltenjob ließ sich immer schlechter mit ihren familiären Verpflichtungen und ihrer zweiten großen Leidenschaft – dem Schreiben von Fantasy-Romanen – vereinbaren. „Das kreative Schreiben geriet zunehmend ins Hintertreffen“, führt Sabrina Wenzel als wesentlichen Grund für ihren nächsten mutigen Schritt an.

Im Jahr 2026 kündigte sie ihr Angestelltenverhältnis und gründete gemeinsam mit ihrem Kollegen Markus Meyer die WandelMut-Akademie. Diese versteht sich als Dienstleister für Unternehmen, die sich im Wandel befinden oder Veränderungsprozesse initiieren möchten – insbesondere auch im Pflegebereich. Durch Workshops und individuelle Betreuung unterstützen die beiden Existenzgründer Betriebe sowohl bei strukturellen Fragen als auch bei der Mitarbeiterführung.

Persönliche Kompetenzen als Erfolgsfaktor

„Wenn ich eins gut kann, dann ist es der Umgang mit Menschen“, sagt Sabrina Wenzel selbstbewusst. „Neben einem breiten Fachwissen und schneller Auffassungsgabe bringe ich jede Menge Empathie und Fingerspitzengefühl mit – Eigenschaften, die mir in der Beratungstätigkeit besonders zugutekommen.“

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Gefragt nach der Motivation für diesen erneuten Bruch in ihrer Biografie, antwortet die 41-Jährige mit bemerkenswerter Klarheit: „Weil ich nicht auf dem Sterbebett Dinge bereuen möchte, die ich nicht gewagt habe. Der Tod meiner Schwester hat mir eindringlich vor Augen geführt, wie begrenzt unsere Zeit ist. Wir haben nur dieses eine Leben. Also – worauf warten? Manchmal zeigen sich Wege erst, wenn man sich bereits auf den Weg gemacht hat.“

Ihre persönliche Resilienz – die Fähigkeit, schwere Belastungen zu bewältigen und dennoch leistungsfähig zu bleiben – betrachtet Sabrina Wenzel heute als eine ihrer wichtigsten Kompetenzen. Diese Erfahrungen aus Pflege, Trauer und beruflichem Neuanfang fließen nun in ihre Arbeit mit der WandelMut-Akademie ein, wo sie anderen Mut zur Veränderung macht.