Die geplante Schließung des Kreißsaals am St. Josefs Krankenhaus in Potsdam sorgt für massiven Protest. Eine am Montag gestartete Online-Petition gegen die Schließung sammelte bis 15:30 Uhr bereits mehr als 7000 Unterschriften. Die Abteilungen für Geburtshilfe, Gynäkologie und Neurologie an der Klinik der Alexianer sollen nur noch bis zum 1. August geöffnet bleiben.
Petition und Protestaktionen
Die Petition, die von betroffenen Müttern und Hebammen initiiert wurde, richtet sich gegen die Entscheidung der Krankenhausleitung. Die Unterzeichner fordern den Erhalt der Geburtshilfe am Standort. Viele Mütter und Hebammen äußern ihre Wut und Sorge über die drohende Schließung. „Das ist ein schwerer Schlag für die Geburtshilfe in Potsdam“, sagte eine Sprecherin der Initiative. Die Petition zeigt die hohe emotionale Beteiligung der Bevölkerung.
Hintergrund der Schließung
Die Alexianer-Gruppe, Betreiber des St. Josefs Krankenhauses, hatte die Schließung der drei Abteilungen aus wirtschaftlichen Gründen angekündigt. Die Geburtenzahlen seien rückläufig, und die Kosten für den Betrieb des Kreißsaals seien nicht mehr tragbar. Die Entscheidung stieß jedoch auf heftige Kritik von Politikern, Medizinern und der Öffentlichkeit. Die Stadt Potsdam sieht die medizinische Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen gefährdet.
Reaktionen aus der Politik
Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) kritisierte die Schließung scharf und kündigte Gespräche mit der Klinikleitung an. „Wir werden alle Möglichkeiten prüfen, um die Geburtshilfe in Potsdam zu erhalten“, so Schubert. Auch Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) zeigte sich besorgt und forderte eine alternative Lösung. Die Petition soll dem Krankenhausmanagement und der Politik übergeben werden.
Auswirkungen auf die Region
Die Schließung des Kreißsaals würde bedeuten, dass Schwangere aus Potsdam und Umgebung weite Wege in andere Kliniken in Berlin oder Brandenburg in Kauf nehmen müssten. Das könnte insbesondere bei Notfällen zu gefährlichen Verzögerungen führen. Hebammen befürchten zudem einen Verlust an geburtshilflicher Kompetenz in der Region. Die Proteste zeigen, dass die Bevölkerung bereit ist, für den Erhalt der Einrichtung zu kämpfen.



