Wegner beim Stromausfall: Bürgermeister soll über Telefonate gelogen haben
Wegner soll über Telefonate beim Stromausfall gelogen haben

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat nach neuen Informationen der Senatskanzlei am Morgen des großflächigen Stromausfalls am 3. Januar 2026 keine dienstlichen Telefonate geführt. Dies widerspricht seinen früheren Aussagen in einem Interview mit „Welt TV“ vom 7. Januar, in dem er erklärte: „Ich habe in der Tat um 8.08 Uhr begonnen, die Telefonate zu führen.“ Auf einen erneuten Eilantrag des „Tagesspiegel“ hin war die Senatskanzlei vom Berliner Verwaltungsgericht zu einer detaillierten Auskunft über Wegners Kommunikation verpflichtet worden. Die Behörde stellte klar: „Vor 12.45 Uhr ist kein Telefonat geführt worden. Vielmehr fand der Austausch per Textnachrichten statt.“ Das einzige Telefonat am Vormittag führte Wegner um 12.45 Uhr mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD).

Hintergrund: Brandanschlag legt Stromversorgung lahm

Der Stromausfall im Berliner Südwesten war durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke verursacht worden. Die Attacke unterbrach die Stromversorgung von bis zu 45.000 Haushalten im Bezirk Steglitz-Zehlendorf für vier Tage. Wegner geriet wegen seines Krisenmanagements unter Druck, nachdem bekannt geworden war, dass er während des Blackouts Tennis gespielt und dies zunächst verschwiegen hatte. In einem SPIEGEL-Interview im Januar verteidigte er sein Vorgehen.

Widersprüche in drei Fällen

Die neuen Erkenntnisse der Senatskanzlei zeigen, dass Wegner in mindestens drei Fällen falsche Angaben zu seiner dienstlichen Tätigkeit während des Stromausfalls gemacht hat. Neben dem Interview mit „Welt TV“ hatte er auch in anderen Stellungnahmen den Eindruck erweckt, er sei frühzeitig in Telefonate eingebunden gewesen. Die Senatskanzlei ruderte nach dem Gerichtsbeschluss zurück und verwies auf die Textnachrichten als primäre Kommunikationsform.

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Scharfe Kritik aus der Politik

Bettina Jarasch, Co-Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Berlin, reagierte empört: „Die neuen Erkenntnisse sind gravierend. Kai Wegner hat in mindestens drei Fällen falsche Angaben zu seiner dienstlichen Tätigkeit während des Stromausfalls gemacht. Damit hat er als Regierender Bürgermeister jedes Vertrauen der Berlinerinnen und Berliner verloren, die sich auf die Wahrheit seiner Aussagen nicht mehr verlassen können.“ Die Opposition fordert nun eine umfassende Aufklärung und Konsequenzen für den Regierungschef.

Auswirkungen auf Wegners Glaubwürdigkeit

Der Fall belastet Wegners politische Zukunft schwer. Der CDU-Politiker hatte bereits im Januar mit seinem Krisenmanagement und der Tennis-Episode für Empörung gesorgt. Die nun nachgewiesenen Falschaussagen könnten seine Position weiter schwächen. Die Senatskanzlei betonte, dass der Austausch per Textnachrichten „selbstverständlich“ dienstlichen Charakter gehabt habe, doch der Unterschied zwischen Telefonaten und Textnachrichten wiegt in der öffentlichen Wahrnehmung schwer. Das Verwaltungsgericht hatte die Auskunftspflicht der Senatskanzlei auf Basis des Pressefreiheitsrechts bestätigt.

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