600 Millionen Euro: Berlin plant zwei neue Hallenbäder
600 Mio. Euro: Berlin plant zwei neue Hallenbäder

Berlin steckt massiv Geld in seine Bäderlandschaft: Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) investieren bis 2030 rund 600 Millionen Euro in die Sanierung und den Neubau von Schwimmhallen und Freibädern. Das gab das Unternehmen am Donnerstag gemeinsam mit Innensenatorin und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) bekannt. Es ist das größte Investitionsprogramm in der 30-jährigen Geschichte der BBB.

Zwei neue Hallenbäder für Lichtenberg und Treptow-Köpenick

Konkret sollen in den Bezirken Lichtenberg und Treptow-Köpenick zwei komplett neue Hallenbäder entstehen. Die Standorte sind noch nicht endgültig festgelegt, die Planungen laufen. Weitere Neubauten sind in Spandau, Marzahn-Hellersdorf und Pankow vorgesehen – die Finanzierung sei nun gesichert, so Spranger.

Stadtbad Schöneberg nach Sanierung wieder offen

Als Beispiel für die laufenden Projekte diente das fast 100 Jahre alte Stadtbad Schöneberg in der Hauptstraße. Nach zweijähriger Sanierung öffnet es am 26. August wieder für die Öffentlichkeit. Derzeit laufen Probeöffnungen mit ausgewählten Gästen aus der Nachbarschaft. Die Sanierung kostete rund 14 Millionen Euro und umfasste die Erneuerung der Filteranlagen und Wasseraufbereitung, die Renovierung aller Innen- und Außenbecken sowie des Solebeckens und der beiden Whirlpools sowie eine neue Lüftungsanlage.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Dieses Bad ist nach dem Fernsehpionier Hans Rosenthal benannt“, erklärte Spranger. „Als jüdisches Kind, das von den Nazis verfolgt wurde, konnte er nicht schwimmen lernen. Das hat er später im Stadtbad Schöneberg nachgeholt.“

Kombibad Mariendorf: Sanierung startet 2027

Für den Berliner Süden gibt es ebenfalls gute Nachrichten: Das Kombibad Mariendorf, das nach einem Brand seit Jahren geschlossen ist, soll ab 2027 saniert werden. Die Fertigstellung ist für 2030 geplant.

Auf der Sanierungsliste der BBB stehen zudem: Stadtbad Wilmersdorf I, Sommerbad Humboldthain, Stadtbad Neukölln, Schwimmhalle Finckensteinallee, Schwimmhalle Baumschulenweg, Kombibad Seestraße und die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. Alle diese Einrichtungen sollen energetisch ertüchtigt sowie teilweise oder vollständig saniert werden.

Klimafreundliche Modernisierung mit 204 Millionen Euro

Ein Großteil der Maßnahmen wird über den Klimapakt des Landes Berlin finanziert. „Insgesamt erhalten wir 204 Millionen Euro“, sagte BBB-Vorständin Marie Rupprecht. „Damit können wir wichtige und nachhaltige Maßnahmen umsetzen, für die es bisher keine Finanzierung gab.“ Dazu gehören unter anderem Beckenabdeckungen, die Wärmeverluste um bis zu 30 Prozent reduzieren. „Schwimmbäder verbrauchen Unmengen an Energie“, betonte Rupprecht.

Das Stadtbad Charlottenburg soll für 40 Millionen Euro zu einem Komplex aus Alt- und Neubau verbunden werden. Das Paracelsus-Bad in Reinickendorf öffnet nach acht Jahren Bauzeit 2027 wieder. Das Sommerbad am Stadtbad Tiergarten wird 2027 fertig. Das Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg soll im ersten Quartal 2028 wiedereröffnen.

Schulschwimmen bleibt gesichert

BBB-Geschäftsführer Johannes Kleinsorg räumte ein, dass die umfangreichen Sanierungsarbeiten zu vorübergehenden Schließungen führen werden. „Diese Situation wird uns noch eine Weile begleiten“, so Kleinsorg. „Der Pflichtschulschwimmunterricht ist während der gesamten Sanierungszeit jedoch gewährleistet.“ Die BBB bieten in den Sommerferien erneut Schwimmkurse an. Für den Anfängerkurs „Seepferdchen“ und den Folgekurs sind noch Plätze unter www.kurse.berlinerbaeder.de verfügbar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration