WM-Schiedsrichterin Garcia macht Hassnachrichten öffentlich
WM-Schiedsrichterin Garcia macht Hassnachrichten öffentlich

Katia Garcia (33) ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommen. Am Donnerstag pfiff die mexikanische Schiedsrichterin ihr erstes WM-Spiel und leitete in Kansas City die Partie Argentinien gegen Tunesien. Der Weg an die Spitze war für die studierte Politikwissenschaftlerin (Abschluss an der Universidad Nacional Autónoma de México) alles andere als leicht. Sie musste viele Anfeindungen ertragen, seit sie 2015 als Amateur-Schiedsrichterin begann.

Vom Amateur zur WM-Pfeiferin

Eigentlich hatte Garcia Profi-Fußballerin werden wollen, aber zu der Zeit gab es in ihrer Heimat keine professionelle Frauenliga. Erst 2017 wurde die Liga MX Femenil aus der Taufe gehoben; Garcia war von Anfang an als Unparteiische dabei. Fünf Jahre später wurde sie in die 2. Liga der Herren berufen, 2024 leitete sie ihr erstes Spiel in der 1. Liga. International wurde sie 2019 zur Fifa-Schiedsrichterin ernannt, 2023 pfiff sie bei der Frauen-WM, ein Jahr später bei Olympia in Paris.

Hass im Netz: Garcia macht Gewalt sichtbar

Anfeindungen, vor allem im Internet, haben sie ihre ganze Karriere lang begleitet. Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) veröffentlichte sie letztes Jahr Nachrichten, die ihr Hater im Internet geschickt hatten. Einige der Hassbotschaften lauteten: „Du solltest aufhören, Dich in Sportarten einzumischen, die den Männern gehören. Wir haben die erzwungene Inklusion satt. Geh‘ zurück in die Küche.“, „Du bist völlig bescheuert, kannst nicht mal ein verdammtes Spiel pfeifen.“, „Du bist wirklich dumm. Geh‘ lieber in die Küche oder das Bad putzen.“, „Wenn Du mit Kritik nicht klarkommst, dann hör‘ auf! Fußball ist nur etwas für Männer!“ und „Mit wem hast Du geschlafen, um professionelle Schiedsrichterin zu werden?“

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Mit der Veröffentlichung der Nachrichten teilte sie Statistiken zur digitalen Gewalt an Frauen in ihrer Heimat Mexiko. Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) verurteilte die Angriffe kurz danach und drückte Garcia seine volle Solidarität aus. Die Aktion machte weltweit Schlagzeilen und rückte das Problem der geschlechtsspezifischen Online-Gewalt im Fußball in den Fokus.

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