Holland marschiert ungeschlagen durch die Vorrunde der WM 2026 und schlägt im letzten Gruppenspiel Tunesien mit 3:1. Doch trotz des Erfolgs gibt es Unruhe: Mittelfeldstar Frenkie de Jong (29) hatte bereits nach dem 5:1 gegen Schweden scharf gegen seine Kritiker ausgeteilt. „Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen überhaupt nichts von Fußball verstehen. Sie schauen zu, aber sie sehen nicht wirklich“, sagte der FC-Barcelona-Profi nach dem Spiel. Damit wehrte er sich gegen Kritik an seinem Spielstil, der ihm gelegentlich den Spitznamen „Querpass-Frenkie“ eingebracht hatte.
Frühe Führung und kurioses Eigentor
Im Spiel gegen Tunesien stand de Jong in der Startelf und erlebte das schnellste Eigentor des Turniers aus nächster Nähe. Bereits in der 3. Minute flankte Denzel Dumfries, und der Frankfurter Ellyes Skhiri lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor (3.). Nur Sead Kolasinac traf bei der WM 2014 für Bosnien gegen Argentinien nach 2 Minuten und 9 Sekunden schneller ins eigene Netz. Holland legte sofort nach: Nach einer Freistoßhereingabe von Tijjani Reijnders legte Kapitän Virgil van Dijk per Kopf quer, und Brian Brobbey vollstreckte am zweiten Pfosten zum 2:0 (7.).
Kurioser Wiederanpfiff und tunesischer Anschlusstreffer
Nach einer ruhigeren Phase begann die zweite Hälfte mit einer ungewöhnlichen Szene. Schiedsrichterin Katia Garcia (33/Mexiko) pfiff die Partie an, bemerkte dann aber, dass Tunesien nur mit zehn Spielern auf dem Feld stand. Sie unterbrach das Spiel sofort und wartete, bis Skhiri den Rasen betreten hatte. Kurz darauf erzielten die Tunesier den Anschlusstreffer: Hannibal Mejbri trat eine Ecke, die holländische Abwehr war zu niedrig gesprungen, und Mastouri köpfte zum 2:1 (54.) ein.
Hecke sorgt für Entscheidung
Oranje schüttelte sich kurz, dann traf der Tottenham-Profi Hecke nach einer Ecke von Reijnders per Kopf zum 3:1 (62.). In der Runde der letzten 32 trifft Holland am 30. Juni in Monterrey auf Marokko. Eine brisante Partie, denn in den Niederlanden leben viele marokkanische Einwanderer. Ein Teil von ihnen hatte in der Vergangenheit nach Siegen ihrer Mannschaft randaliert. Für das K.o.-Spiel sollen in diversen Städten die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt werden.



