Nach 79 Jahren hat der traditionsreiche Fahnen-Hersteller Herold aus Wuppertal eine vorläufige Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen, das unter anderem für BMW, Mercedes-Benz, Rewe und Paulaner produziert, kämpft mit den Folgen der Corona-Pandemie, gestiegenen Kosten und der Krise in der Automobilindustrie. Seit dem 12. März läuft ein Eigenverwaltungsverfahren, bei dem die Firma unter Aufsicht selbst saniert werden darf. Die etwa 90 Mitarbeiter sind durch Insolvenzausfallgeld abgesichert.
Ursachen der Krise
Fabian Kehrenberg, Sprecher und Prokurist von Fahnen Herold, nennt als Hauptgründe die Auswirkungen der Pandemie und die steigenden Kosten für den personal- und energieintensiven Siebdruck. Zudem habe die schwache Entwicklung in der Automobilindustrie das Geschäft belastet. Hinzu kommt der Preisdruck durch Importe aus Asien.
Hoffnung durch neue Technologie und WM
Trotz der Krise gibt es Hoffnung: Das Unternehmen hat in eine neue Drucktechnologie investiert. Eine 2-Millionen-Euro-Anlage ging im April 2025 in Betrieb. Insolvenzverwalter Andreas Schoß zeigt sich optimistisch: „Das Verfahren nimmt bislang einen positiven Verlauf.“ Auch Sanierungsspezialist Robin Schmahl von der Kanzlei ATN aus Wuppertal sieht gute Perspektiven: „Ein Investor ist nicht zwingend erforderlich.“
Ein weiterer Hoffnungsträger ist die bevorstehende Fußball-WM. Sollte die deutsche Nationalmannschaft erfolgreich abschneiden, könnten Fanartikel und Flaggenverkäufe einen Aufschwung bringen. Kehrenberg betont: „Das hängt stark vom Turnierverlauf ab.“ Ziel ist es, die Restrukturierung bis zum 80-jährigen Firmenjubiläum im nächsten Jahr abzuschließen.



