Nach Baustellen-Horror: Warnemünder Händler hoffen auf ruhigen Sommer
Nach Baustellen-Horror: Hoffnung auf ruhigen Sommer

Der Sommer 2025 war für viele Touristen und Gewerbetreibende in Warnemünde ein einziger Baustellen-Horror. Lehrrohrverlegung, Baulärm und Straßensperren prägten das Bild. Nun blicken die Ladenbesitzer des beliebten Ostseebads voller Hoffnung auf den Sommer 2026. Besonders betroffen war der Kirchenplatz, der im Vorjahr im Mittelpunkt der Bauarbeiten stand.

Bessere Information gefordert

Ines Thamke, Betreiberin des Geschäfts „Die Genusswelt“ am Kirchenplatz, das ungewöhnliche Liköre und Geschenke anbietet, wünscht sich beim Thema Baustellen „mehr Schnelligkeit und bessere Information“. Die Arbeiten direkt vor ihrem Laden seien „belastend“ gewesen. „Es war für die Geschäfte rundum nicht zuträglich“, sagt sie rückblickend. Die Bauzeit einer Poller-Baustelle habe mindestens ein halbes Jahr gedauert. Ihrer Ansicht nach sollten Vorhaben, die den Tourismus derart beeinträchtigen, „so schnell wie möglich“ abgewickelt werden. Derzeit sei die Lage jedoch „ruhiger“, und im unmittelbaren Zentrum sei keine größere Baumaßnahme bekannt.

Touristen mit Respekt behandeln

Vera Zorn, Inhaberin des TeeKontors am Kirchenplatz, blickt ebenfalls mit Schrecken auf die Baustellen-Erfahrungen 2025 zurück. Nicht nur der eigene Absatz leide, sondern auch die Touristen müssten unter den Zumutungen leiden. „Wir haben keine Kunden, wir haben Gäste“, betont Zorn, die eine respektvolle Behandlung fordert. Aktuell sei die Lage etwas besser, aber weiterhin schwierig. „Ich werde ständig gefragt, wie man hier vom Kirchenplatz wieder rauskommt oder wie man überhaupt zu uns kommt.“ Zudem sei das Baustellenproblem in Warnemünde nicht neu. „Einmal dauerten die Arbeiten über drei Jahre, dann kam ein weiteres Jahr wegen falsch berechneter Straßensteine hinzu.“

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Fahrservice als kreative Lösung

Detlev Hammerschmidt, der mit seiner Frau vier Ferienwohnungen in Warnemünde vermietet, hat aus der Not eine Tugend gemacht. Aufgrund der Baustellen-Situation bietet er seinen Gästen einen besonderen Service an: „Ich hole die anreisenden Gäste an einem verabredeten Treffpunkt ab.“ Damit will er gestresste Anfahrten vermeiden und den innerörtlichen Verkehr entlasten. „Navigationsgeräte führen in Warnemünde teils in die Irre, viele Gäste finden nach langer Fahrt die Unterkunft nur schwer“, erklärt der 70-Jährige. Er fordert rechtzeitige und klare Baustellen-Informationen für Anwohner und Gäste. Zudem regt er „temporäre Verkehrsanpassungen“ während der Bauphasen an, etwa das Aufheben von Einbahnstraßen oder das zeitweise Absenken versenkbarer Poller. Letztendlich sei alles eine „Frage der Kommunikation“.

Versprechen der Stadtwerke

Die für die Fernwärmeerschließung zuständigen Stadtwerke haben den Gewerbetreibenden im vergangenen Jahr eine bessere Kommunikation versprochen. „Ich habe für 2026 von den Stadtwerken die Zusage, dass in der Saison nicht gebaut wird“, sagte Klaus-Jürgen Strupp, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock. Auch die Verbesserung der Kommunikation mithilfe von Flyern, Homepage und Sozialen Medien wurde in Aussicht gestellt. Vom Rostocker Tiefbauamt ist für 2026 eine achtwöchige Sommerpause angekündigt worden: von Ende Juni bis Ende August. In diesem Zeitraum sollten Bauarbeiten auf der Rostocker Straße, der Alten Bahnhofstraße und der Richard-Wagner-Straße vermieden werden. Ob die Zeitpläne eingehalten werden können, bleibt abzuwarten.

Es bleibt spannend in Warnemünde – auch im Sommer 2026.

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