Washington – Nach dem bewaffneten Angriff auf das Korrespondentendinner in der US-Hauptstadt hat die Justiz offiziell Anklage gegen Cole Tomas Allen (31) erhoben. Der Mann aus Torrance in Kalifornien wird des versuchten Mordes an Donald Trump (79) beschuldigt. Allen musste am Montag vor einem Bundesgericht in Washington erscheinen. Er trug blaue Gefängniskleidung und saß ruhig neben seinen Pflichtverteidigern. Zur Anklage äußerte er sich nicht. Er war nicht vorbestraft und hatte nach Informationen der Nachrichtenagentur AP im Oktober 2023 legal eine halbautomatische Pistole und im vergangenen Jahr eine Flinte vom Kaliber 12 gekauft.
Hintergründe der Tat
Die Bundesstaatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Samstagabend bewaffnet versucht zu haben, in das exklusive Dinner der White House Correspondents' Association einzudringen. Bei der Veranstaltung fielen Schüsse, Gäste suchten panisch Schutz unter ihren Tischen, und Donald Trump sowie sein Kabinett wurden von Sicherheitskräften aus dem Saal gebracht. Ein Sicherheitsbeamter wurde von einer Kugel getroffen, die seine kugelsichere Weste durchschlug. Nach Angaben der Behörden hat er den Angriff überlebt und befindet sich auf dem Weg der Besserung.
Geplante Vorgehensweise
Nach bisherigen Erkenntnissen soll Allen zuvor als Hotelgast in dem Gebäude eingecheckt haben, in dem die Gala stattfand. Zudem reiste er laut Ermittlern mit dem Zug von Kalifornien über Chicago nach Washington, offenbar gezielt und geplant. Die genauen Beweggründe sind noch nicht offiziell bestätigt. Ermittler verweisen jedoch auf Nachrichten, die Allen kurz vor der Tat an Familienmitglieder geschickt haben soll. Darin bezeichnete er sich selbst als „Friendly Federal Assassin“ (freundlicher Bundesauftragsmörder) und äußerte Kritik an Trump und politischen Entscheidungen seiner Regierung. Auch Social-Media-Aktivitäten und Gespräche im familiären Umfeld werden derzeit ausgewertet.
Die Anklage wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden Sicherheitsbedenken bei öffentlichen Veranstaltungen mit hochrangigen Politikern. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Monate vor den nächsten Präsidentschaftswahlen, was die politische Spannung in den USA weiter verschärft. Die Justizbehörden betonen, dass sie den Fall mit höchster Priorität behandeln.



