Klimakrise: Grenzen der Anpassung an Hitze – Expertin warnt
Klimakrise: Grenzen der Anpassung an Hitze

Können Menschen sich an zunehmende Hitze gewöhnen? Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge gibt es einen gewissen Anpassungseffekt – der jedoch klare Grenzen hat. „Innerhalb einer Hitzewelle wird es für den Menschen von Tag zu Tag, je länger die Hitzewelle andauert, eher belastender“, erklärt die DWD-Medizin-Meteorologin Kathrin Graw im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Besonders problematisch sei, wenn die nächtliche Erholung ausbleibe: „Vor allem, wenn auch die Erholung in der Nacht fehlt, wenn die Nächte ebenfalls warm bleiben und sich dadurch die Schlafqualität verschlechtert, dann kann die Hitze am nächsten Tag schlechter verkraftet werden.“

Sterblichkeit steigt mit der Dauer der Hitzewelle

Die Gefahr tödlicher Hitzefolgen nimmt mit der Länge einer Hitzewelle signifikant zu, wie der DWD in einer Studie ermittelt hat. „Je länger die Hitze anhält, desto mehr Menschen sterben“, betont Graw. Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt die hitzebedingte Übersterblichkeit von 8,5 Prozent an den ersten Tagen auf bis zu 18 Prozent am elften und zwölften Tag einer Hitzewelle im Vergleich zu Zeiträumen ohne Hitze. Diese Zahlen verdeutlichen die kumulative Belastung des Körpers.

Gewisse Anpassung im Sommerverlauf möglich

Trotz der Risiken ist der Mensch in der Lage, sich im Laufe eines Sommers etwas an Hitze anzupassen. Dies berücksichtigt der DWD bei seinen Warnungen: Der Schwellenwert für Hitzewarnungen ist am Anfang des Sommers oder nach einer kühleren Phase niedriger als am Ende des Sommers. Die Warnstufe 1 wird üblicherweise bei einer gefühlten Temperatur von 32 Grad ausgelöst. Diese Schwelle kann am Sommeranfang oder in Norddeutschland auch darunter liegen, aber auf bis zu 34 Grad gefühlter Temperatur ansteigen.

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Langfristige Anpassung begrenzt – Beschleunigung des Klimawandels

Durch die Klimakrise werden Hitzewellen in Deutschland häufiger und intensiver. Kann der Körper langfristig lernen, besser damit zu leben? Laut Graw gibt es Hinweise, die jedoch ebenfalls begrenzt sind. „Im Süden leben die Menschen schon länger mit Hitze“, so die Expertin. Die hitzebedingte Sterblichkeit liege im Süden etwas unter jener im Norden und in der Mitte Deutschlands. „Die langfristige Anpassung an höhere Temperaturen wird aber auch nicht unbegrenzt möglich sein. Vor allem nicht, wenn die Änderungen, an die sich der Körper anpassen muss, sehr schnell ablaufen“, warnt Graw. „Der Temperaturanstieg durch den Klimawandel hat sich in den letzten Jahren ja leider beschleunigt.“ Besonders gefährdet sind Ältere, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.

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