Hitzewelle in Deutschland: 41,5 Grad, Rekorde und zehn Tote
Hitzewelle: 41,5 Grad, Rekorde und zehn Tote

Die Hitzewelle hat am Wochenende ihren Höhepunkt erreicht und Deutschland Extremtemperaturen in Serie beschert. Am Samstag wurde mit 41,5 Grad in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) ein neuer bundesweiter Hitzerekord aufgestellt. Dies gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) bekannt. Bereits am Freitag hatte der DWD in Saarbrücken-Burbach 41,3 Grad gemessen, am Samstag folgten dort 41,4 Grad. Der vorherige Rekord lag bei 41,2 Grad, gemessen am 25. Juli 2019 in Tönisvorst und Duisburg-Baerl in Nordrhein-Westfalen.

Wärmste Nacht seit Aufzeichnungen

Die Nacht zum Sonntag war nach vorläufigen DWD-Angaben die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Im ostsächsischen Kubschütz sank die Temperatur nicht unter 29,4 Grad. Damit wurde der alte Rekord von 27,2 Grad vom 13. August 2003 am Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz um mehr als zwei Grad übertroffen.

Der DWD meldete für Samstag gleich mehrere Rekorde: An 46 Stationen wurden mindestens 40,0 Grad gemessen. Insgesamt verzeichneten 250 Stationen so hohe Werte wie nie zuvor, an 211 weiteren Stationen gab es Rekordwerte für Juni. Es handelt sich um vorläufige Werte, die nachträglich korrigiert werden können.

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Beeinträchtigungen im Verkehr

Wegen der Hitze rieten die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnunternehmen am Wochenende von nicht dringend notwendigen Reisen im Fern- und Regionalverkehr ab. „Die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland ist an diesem Wochenende stark von der Rekord-Hitze betroffen. Auch der Schienenverkehr leidet unter den Extrem-Temperaturen“, hieß es in einer Bahn-Mitteilung.

Am Samstagabend strandeten mehr als 600 Passagiere ohne Klimaanlage in einem Zug in der Prignitz in Brandenburg. Drei Menschen kamen mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus, wie Kreisbrandmeister Christian Reisinger mitteilte. Ein Baum war bei einem Sturm auf eine Oberleitung gefallen, sodass der Zug der tschechischen Bahn (České dráhy) auf der Strecke von Hamburg nach Prag seinen Fahrstrom verlor.

Auch der Straßenverkehr litt unter Hitzeschäden. Laut ADAC waren am Wochenende etliche Autobahnen in vielen Bundesländern von Sperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen betroffen. Vielerorts wölbte sich die Fahrbahn auf, weil sich der Beton ausdehnte. Betroffen sind nach Angaben der Autobahn GmbH vor allem ältere Fahrbahnen, die stark beansprucht wurden oder bereits mehrfach repariert werden mussten.

Mindestens zehn Tote durch Badeunfälle

Seit Freitag starben mindestens zehn Menschen durch Badeunfälle. In Berlin wurden am Samstag zwei Männer tot aus unterschiedlichen Gewässern geborgen, ein 27-Jähriger ertrank im Neckar bei Heidelberg und ein 30-Jähriger starb in einem Badesee bei Neuhofen südlich von Mannheim. In Hessen wurde südwestlich von Frankfurt ein 40-Jähriger tot aus dem Waldsee Raunheim geborgen. Ein sechsjähriger Junge ertrank im Rhein-Herne-Kanal in Herne.

Bereits am Freitag war im Seepark Lünen bei Dortmund ein 45 Jahre alter Mann von Besuchern aus dem Wasser gezogen worden. Er starb später im Krankenhaus. Ein acht Jahre alter Junge wurde nach zweistündiger Suche tot aus einem Badesee in Isernhagen bei Hannover geborgen. Ebenfalls nach stundenlanger Suche wurden die Leichen von zwei Schwimmern am Freitag im Bodensee gefunden. Die älteren Männer waren am Donnerstag vor den Augen ihrer Frauen in den See gesprungen und verschwunden.

Abkühlung am Montag erwartet

Die Hitzewelle sollte sich im Laufe des Sonntags nach Osten verschieben. Der DWD kündigte teils schwere Unwetter an. Im Tagesverlauf seien vor allem im Osten, vereinzelt aber auch im Westen und Süden schwere Gewitter mit heftigen Starkregen und Hagel möglich. Auch für die Nacht zum Montag kündigte der DWD vor allem aus Westen und Südwesten über die Mitte hinweg bis in den Osten und Nordosten ziehende, teils schwere Gewitter an. Für Montag waren niedrigere Temperaturen angesagt, bei Höchstwerten zwischen 25 und 29 Grad, lokal im Osten und Südosten bis 32 Grad.

Extreme Wetterlagen wie diese sind wegen der Klimakrise hierzulande häufiger geworden und dürften weiter zunehmen. Zahlen des Wetterdienstes belegen, dass die durchschnittliche Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen hat.

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