In Deutschland herrschen aktuell hochsommerliche Temperaturen jenseits der 30 Grad. Doch ab welchem Punkt gilt Sommerwetter als Hitzewelle? Die Wahrnehmung ist unterschiedlich: Während manche Menschen mit hohen Temperaturen gut zurechtkommen, klagen andere schon bei geringerer Hitze über eine vermeintliche Hitzewelle. Auch in der Wissenschaft gibt es keine eindeutige Antwort auf die Frage, wie hoch die Temperaturen sein müssen, damit man von einer Hitzewelle spricht.
Definition des Deutschen Wetterdienstes
Im Wetter- und Klimalexikon des Deutschen Wetterdienstes (DWD) heißt es: „Eine Hitzewelle ist eine mehrtägige Periode mit ungewöhnlich hoher thermischer Belastung.“ Eine Hitzewelle sei zudem ein Extremereignis, welches die menschliche Gesundheit, die Ökosysteme und die Infrastruktur schädigen könne. Eine genaue Temperaturangabe sucht man in der Definition vergeblich.
Keine international gültige Definition
Tatsächlich gibt es laut DWD keine international gültige Definition des Begriffs Hitzewelle. Häufig werden jedoch bestimmte Schwellenwerte der Tagesmaximaltemperatur und eine minimale Dauer kombiniert, um den Begriff festzulegen. So kann eine Definition für ein bestimmtes Gebiet und einen bestimmten Zeitraum beispielsweise heißen: Mindestens drei Tage in Folge muss die Tageshöchsttemperatur mehr als 30 Grad erreichen. Da sich die Referenzwerte von Ort zu Ort unterscheiden, variiert auch die Schwelle, ab der man von einer Hitzewelle spricht.
Grenzwerte für Deutschland
Für Deutschland berechnet der DWD die entscheidende Schwellentemperatur auf der Grundlage der täglichen Temperaturmaxima der Jahre 1961–1990. Liegt die Tageshöchsttemperatur drei Tage hintereinander über einem für einen bestimmten Ort und eine bestimmte Zeit ermittelten Grenzwert und gleichzeitig über 28 Grad, warnt der DWD vor einer Hitzewelle.
Der DWD räumt ein, dass es nicht reicht, nur die Lufttemperatur zu untersuchen, um Hitzewellen zu bewerten. Denn Luftfeuchtigkeit, Strahlung und Wind können ebenfalls einen Einfluss haben und die Wahrnehmung der Menschen beeinflussen. Laut DWD spricht man zudem „ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad von starker Wärmebelastung, bei 38 Grad beginnt die extreme Wärmebelastung.“
Gesundheitliche Auswirkungen und Klimawandel
Grundsätzlich gilt bei einer Hitzewelle eine erhöhte Vorsicht. Denn die hohen Temperaturen können der Gesundheit schaden, insbesondere alte und vorerkrankte Menschen sind betroffen. Warme Sommer gibt es in Europa immer häufiger. Das beobachten Fachleute schon länger. Extrem heiße Sommer kämen momentan ungefähr alle zehn Jahre vor. Am Ende des Jahrhunderts könnte es jedes Jahr dazu kommen. Das hat damit zu tun, dass sich das Klima auf der Erde verändert.



