Italiens Fußballverbandspräsident Gravina tritt nach drittem WM-Aus zurück
Italiens Fußballboss tritt nach drittem WM-Aus zurück

Italiens Fußballverbandspräsident Gravina tritt nach drittem WM-Aus zurück

Der Präsident des italienischen Fußballverbands (FIGC), Gabriele Gravina, hat seinen Rücktritt erklärt. Dieser Schritt erfolgt als Reaktion auf das erneute Scheitern der italienischen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation, das bereits das dritte Mal in Folge stattfand. Die Personalie Gravina entwickelte sich in Italien schnell zu einem Politikum, das landesweit für Aufsehen sorgte.

Politische Forderungen und öffentlicher Druck

Zunächst forderte die zweitstärkste Regierungspartei Lega den Rücktritt des 72-jährigen Verbandschefs. Sportminister Andrea Abodi sprach sich ebenfalls dafür aus, dass Gravina sein Amt niederlegt. Teile des Parlaments schlossen sich dieser Forderung an. "Es ist für alle offensichtlich, dass der italienische Fußball reformiert werden muss und dieser Prozess muss mit einer neuen Führung bei der FIGC beginnen", erklärte Sportminister Abodi am Mittwoch. Die politischen Stimmen verstärkten den Druck auf Gravina erheblich.

Kritik von Uefa-Präsident Čeferin

Während die Politik die Schuldigen im Fußball suchte, mischte sich Uefa-Präsident Aleksander Čeferin in die Debatte ein. "Schaut doch mal in den Spiegel. Die Politiker tragen mehr Schuld als Gravina", sagte Čeferin, der Gravina als ersten Vizepräsidenten der Europäischen Fußball-Union kennt. "Ihr habt hier eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas", fügte er kritisch hinzu und wies auf strukturelle Probleme im italienischen Fußball hin.

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Gravinas Amtszeit und Neuwahlen

Gabriele Gravina hatte 2018 die Leitung des Verbandes übernommen. In seine Amtszeit fiel der Gewinn der EM 2021, ein Höhepunkt im italienischen Fußball. Am 22. Juni soll es auf einer außerordentlichen Verbandsversammlung Neuwahlen geben – zeitgleich mit der WM in den USA, Kanada und Mexiko. Diese Neuwahlen markieren einen Wendepunkt für die FIGC.

Unsicherheit um Nationaltrainer Gattuso

Offen bleibt, ob Nationaltrainer Gennaro Gattuso sein Amt behalten darf. Der 48-jährige Trainer, der als Spieler bei Italiens Titelgewinn bei der WM 2006 in Deutschland dabei war, ist ebenfalls sehr umstritten. Der damalige Sieg im WM-Finale gegen Frankreich war für Italien das letzte K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft. Seitdem folgten enttäuschende Ergebnisse:

  • 2010 und 2014: Ausscheiden in der Vorrunde
  • 2018 in Russland und 2022 in Katar: Keine Teilnahme nach Scheitern in der Qualifikation
  • 2026: Niederlage im Elfmeterschießen im Playoff-Duell gegen Bosnien und Herzegowina

Die Chancen des viermaligen Weltmeisters Italien auf eine Teilnahme am diesjährigen Turnier in Nordamerika endeten damit erneut.

Analyse des Niedergangs

Eine verpasste WM ist ein Drama – drei in Folge sind ein Niedergang. Italiens Fußball steht vor einer tiefgreifenden Krise, die Reformen und eine neue Führung erfordert. Die öffentliche und politische Debatte zeigt, dass der Druck auf den Verband enorm ist und Veränderungen unausweichlich erscheinen.

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