Hertha-Stars verurteilen Gewalt in Dresden: Atmosphäre war „schon krass“
Hertha-Stars verurteilen Gewalt in Dresden

Hertha-Spieler verurteilen Gewaltausbrüche in Dresden

Nach den massiven Fan-Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel bei Dynamo Dresden haben die Profis von Hertha BSC die gewalttätigen Szenen im Rudolf-Harbig-Stadion scharf kritisiert. Die Berliner konnten das brisante Duell mit 1:0 für sich entscheiden, doch die Vorfälle überschatteten den sportlichen Erfolg erheblich.

„Hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“

Herthas Abwehrspieler Toni Leistner äußerte sich deutlich zu den Geschehnissen: „Was da im ersten Durchgang passiert ist, hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen“, sagte der Defensivakteur. Gleichzeitig betonte er, dass er „diese Szenen nicht weiter bewerten“ wolle, um den Fokus auf das Sportliche zu lenken.

Kapitän Fabian Reese schilderte eindrücklich die Perspektive der Spieler während des Platzsturms durch Dresdner Anhänger: „Als Sportler ist man so in seinem Tunnel, auf einmal hat es überall geknallt. Es gab Rauch und Nebel, die Atmosphäre war insgesamt schon krass. Plötzlich lief irgendwer über den Platz und dann mussten wir auch schon rein“, beschrieb der Offensivspieler die angespannte Situation.

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Zweimalige Spielunterbrechung durch Fan-Ausschreitungen

Die Partie musste von Schiedsrichter Sven Jablonski gleich zweimal unterbrochen werden. Bereits in der 19. Minute sorgten auf das Spielfeld stürmende Dresdner Fans für einen Eklat. Auch Berliner Anhänger kletterten über die Zäune, nachdem beide Fanlager zuvor Pyrotechnik gezündet hatten.

Die vermummten Dresdner Anhänger rannten quer über das Spielfeld in Richtung des Hertha-Fanblocks. Beide Lager schossen Pyrotechnik hin und her, während Polizeikräfte versuchten, die Dynamo-Fans zurück in ihren Block zu drängen. Dort wurde schließlich eine Hertha-Fahne abgebrannt – ein symbolträchtiger Akt der Provokation.

Siegtor in Unterzahl sichert Aufstiegschancen

Trotz der turbulenten Rahmenbedingungen gelang Hertha BSC ein wichtiger Auswärtssieg. Nach einem Platzverweis für Josip Brekalo in der 66. Minute und einem von Torwart Tjark Ernst parierten Strafstoß in der 77. Minute erzielte Marten Winkler in der 80. Minute den Siegtreffer in Unterzahl.

Torwart Ernst zeigte sich nach dem Spiel beeindruckt von der Leistung seiner Mannschaft: „Ich muss unserer Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir wissen, dass wir besser Fußball spielen können, aber in so einem Hexenkessel ist es nicht leicht – vor allem mit den Umständen von außen, die noch dazu gekommen sind. Solche Dinge haben im Fußball nichts verloren, er sollte vereinen“, betonte der Schlussmann.

Verantwortliche verurteilen Gewalt einhellig

Unmittelbar nach dem Spiel hatten bereits die Trainer Thomas Stamm von Dynamo Dresden und Stefan Leitl von Hertha BSC sowie weitere Club-Verantwortliche die gewalttätigen Szenen scharf verurteilt. Das Spiel war schon nach wenigen Minuten wegen des Abbrennens von Pyrotechnik unterbrochen worden – ein Vorgeschmack auf die eskalierenden Ereignisse.

Für Hertha BSC bleibt der Fokus nun auf den sportlichen Zielen in der Schlussphase der Saison. Die Berliner halten mit diesem Sieg ihre geringen Aufstiegschancen in die Bundesliga aufrecht, müssen sich aber gleichzeitig mit den negativen Begleiterscheinungen des Fußballgeschäfts auseinandersetzen.

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