1. FC Magdeburg im Abstiegskampf: Kellerduell gegen Bochum und Uwe Rösler
FCM im Abstiegskampf: Kellerduell gegen Bochum und Rösler

1. FC Magdeburg im existenziellen Abstiegskampf gegen Bochum

Sieben Spieltage vor Saisonende befindet sich der 1. FC Magdeburg in einer äußerst prekären Situation. Mit lediglich 27 Punkten belegt der Verein den vorletzten Tabellenplatz und steckt tief im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Die enge Tabelle gibt zwar minimalen Anlass zur Hoffnung – selbst der zwölftplatzierte Dynamo Dresden hat nur zwei Punkte mehr – doch für Trainer Petrik Sander ist die Konkurrenz zweitrangig.

Heimschwäche als größtes Problem

„Ist mir egal. Wir sind darin verwickelt und uns der Situation bewusst“, erklärt der 65-jährige Coach vor dem entscheidenden Kellerduell am Samstag gegen den VfL Bochum. Die größte Sorge bereitet Sander die katastrophale Heimstatistik seines Teams. Aus dreizehn Partien vor eigenem Publikum holte der FCM nur zwei Siege und zwei Unentschieden. „Viele Teams wären froh, wenn sie noch vier Heim- und nur drei Auswärtspartien hätten. Bei uns bin ich mir da nicht so sicher“, gesteht Sander. „Auswärts ist sensationell, was die Mannschaft spielt. Das auch mal zu Hause zu schaffen, wäre ein großer Wunsch.“

Neuer Sportchef mit klaren Ansagen

Erstmals auf der Bank sitzt bei diesem Spiel der neue Sportchef Peer Jaekel. Der 43-Jährige, der die Nachfolge von Schork antritt, gab Trainerduo Sander und Pascal Ibold bei seiner Vorstellung eine klare Jobgarantie und betonte, auch über den Sommer hinaus mit beiden weiterarbeiten zu wollen. Doch Sander will sich mit dieser Perspektive noch nicht beschäftigen: „Das hat zurzeit nicht die oberste Priorität. Wir müssen erstmal alles bündeln, um die Klasse zu halten.“

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Gegner Bochum mit emotionaler Verbindung

Für den dringend benötigten Sieg muss Magdeburg ausgerechnet gegen Uwe Rösler und seinen VfL Bochum antreten. Der 57-jährige Ruhrpott-Coach war von 1988 bis Ende 1990 als Stürmer Publikumsliebling in Magdeburg und erzielte 19 Tore in 50 Ligapartien. Seit dem 6. Oktober trainiert Rösler Bochum, während nur sechs Tage später Sander die FCM-Profis übernahm. „Nur Glück wird nicht reichen, Bochum hat einen sehr guten Mix aus allem“, analysiert Sander. „Und Uwe wird sie schon anzünden, nicht nur durch seine kurze Hose. Doch zu Hause können auch wir eine Wucht entfachen.“

Talentflucht erschwert die Situation

Im Vorfeld des entscheidenden Spiels muss der FCM zusätzlich eine Talentflucht verkraften. Vor knapp zwei Wochen wurde der Wechsel von Linksaußen Albert Millgramm zu Paderborn bekannt. Sander sprach damals öffentlich von einer „menschlichen Enttäuschung“ und warf ihn aus dem Zweitliga-Kader. Nun folgt mit Rechtsverteidiger Felix Vogler die zweite U23-Hoffnung, die Sander bei seiner Beförderung zu den Profis mitnahm. Der 22-Jährige wechselt zur neuen Saison zum SC Verl.

„Es sind zwei unterschiedlich gelagerte Vorgänge mit demselben Ergebnis, nämlich dem Weggang“, erklärt Sander. „Bei Felix ist es genauso bitter, er hat sich immer korrekt und tadellos verhalten. Er gab niemandem eine Zusage, sondern hat klar und offen mit uns kommuniziert. Das akzeptiere ich.“ Auf die Frage, ob sich der Verein mehr um seine Talente hätte bemühen können, antwortet der Trainer philosophisch: „Hätten wir uns anders verhalten können? Im Nachhinein kann man sich immer anders verhalten, aber schlauer ist man erst immer hinterher.“

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der 1. FC Magdeburg die Wende schafft oder der Abstiegskampf am Ende doch zu viel für den traditionsreichen Verein war.

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