Collina widerspricht Nagelsmann: Tahs Tor-Aberkennung war korrekt
Collina widerspricht Nagelsmann: Tor-Aberkennung korrekt

Collina stellt sich hinter die Entscheidung

Der frühere Weltklasse-Schiedsrichter Pierluigi Collina (66), heute als Schiri-Boss der Fifa für die Unparteiischen bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko verantwortlich, hat die umstrittene Aberkennung von Jonathan Tahs vermeintlichem Siegtor im WM-Achtelfinale zwischen Deutschland und Paraguay verteidigt. In einem offiziellen Fifa-Beitrag äußerte sich Collina zu der strittigen Szene und untermauerte seine Aussage mit einem großen Foto genau dieser Situation. Sein Urteil: Die Entscheidung von Schiedsrichter Jalal Jayed (39/Marokko) war richtig.

Was war passiert?

In der 102. Minute der Verlängerung hatte Tah Deutschland mit einem Kopfball nach einer Ecke von Kevin Brown vermeintlich zum 2:1-Sieg geführt. Doch der VAR meldete sich, und Schiri Jayed nahm den Treffer nach Ansicht der Videoaufnahmen an der Seitenlinie zurück. Nach dem Abpfiff wütete Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) über die Entscheidung: „Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Voll-Skandal. Das ist nicht mal ansatzweise ein Foulspiel.“

Collinas Begründung

Collina widerspricht dieser Einschätzung nun deutlich. „Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden“, erklärte er. Den Unparteiischen sei empfohlen worden, besonderes Augenmerk auf Situationen zu legen, „die im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können“. Das bloße Einnehmen oder Halten einer Position stelle für sich genommen kein Foul dar. „Wenn ein angreifender Spieler jedoch kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen“, so Collina.

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Gegenstimme von BILD-Schiri-Experte Gräfe

BILD-Schiri-Experte Manuel Gräfe (52) hatte die Szene nach dem Spiel komplett anders beurteilt: „Diesen Treffer abzuerkennen, ist ein Witz. Das muss man so deutlich sagen. Die Paraguayer haben gemerkt, ich muss mich hinten nur hinschmeißen, dann pfeift der Schiri schon. Das ist niemals ein Foul, da ist kein Halten, kein Stoßen, kein Umreißen. Der Paraguayer probiert das einfach und wird belohnt. Das ist inakzeptabel auf einem solchen Niveau. Das ist wirklich eine Farce. Das ist kein Foul. Das wäre ein regulärer Treffer gewesen.“

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