Freitagabend, 19 Uhr: In der Skatehalle in der halleschen Burgstraße herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Niki Pietrek fährt sich warm: hier eine Rampe hinauf, dort über ein Geländer, ein weiter Bogen durch die Halle. Groß, schlank, in Jeans und T-Shirt kurvt sie sicher über die Elemente. Auf dem Skateboard bewegt sie sich so mühelos, wie andere die Straße hinuntergehen.
„Als Poser abgestempelt“
Doch der Weg dorthin war nicht einfach. „Als Frau auf dem Skateboard wirst du oft als Poser abgestempelt“, erzählt Pietrek. Sie ist Teil des „Rollkollektivs“, das in der Skatehalle eigene Zeiten für Skaterinnen durchgesetzt hat. „Viele Männer nehmen einen nicht ernst, machen abfällige Sprüche oder wollen einem zeigen, wie es richtig geht.“
Muay Thai: Kampf gegen Klischees
Ähnlich ergeht es Thaiboxerinnen in Halle. „Im Ring zählt nur Leistung, aber außerhalb hört man oft: ‚Das ist doch nichts für Frauen‘“, sagt eine Trainerin. Die Sportlerinnen berichten von Konkurrenzdenken und Zusammenhalt zugleich. „Wir unterstützen uns gegenseitig, aber gegen Vorurteile müssen wir uns immer wieder behaupten.“
Der Kampf um Anerkennung ist auch ein feministischer. „Sport ist politisch“, betont Pietrek. „Indem wir uns Räume nehmen, verändern wir die Gesellschaft.“ Das Rollkollektiv bietet regelmäßig Workshops und Sessions nur für Frauen an. „Hier können wir ohne Druck lernen und uns austauschen.“
Die Skaterinnen und Thaiboxerinnen zeigen: Frauen im Sport sind keine Ausnahme, sondern eine Bereicherung. Ihr Engagement inspiriert andere, sich ebenfalls zu trauen – ob auf dem Board oder im Ring.



