Die Deutsche Marine plant, ihr Minenjagdboot „Fulda“ in den kommenden Tagen ins Mittelmeer zu verlegen. Dies diene der Vorbereitung auf eine mögliche Beteiligung an einem multinationalen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus, wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums mitteilte. Durch diese Vorausstationierung werde Zeit gespart, um die Fähigkeiten des Schiffs schnell einsetzen zu können, sobald die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt seien.
Blockade der Straße von Hormus belastet die Weltwirtschaft
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor angekündigt, dass ein Minensucher und ein Führungs- und Versorgungsschiff ins Mittelmeer verlegt würden. Die Straße von Hormus, eine wichtige Schifffahrtsroute für den Ölhandel, ist infolge des Iran-Kriegs blockiert, was die Weltwirtschaft stark belastet. Pistorius betonte, dass ein Einsatz erst nach einem Ende der Kampfhandlungen im Krieg der USA und Israels mit dem Iran und mit einem Mandat des Bundestags möglich sei.
Vorbereitungen in Kiel
Das Minenjagdboot „Fulda“ hat seine Beteiligung am Minenabwehrverband 1 der Nato beendet. In Kiel werden nun logistische und administrative Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz getroffen. Anschließend wird das Boot ins Mittelmeer verlegen und zunächst Aufgaben im Nato-Minenabwehrverband 2 übernehmen, der im Mittelmeer operiert.
Voraussetzungen für den Einsatz
Die Bundesregierung und das Verteidigungsministerium planen einen wesentlichen Beitrag in einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Seefahrt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte eine Beteiligung Deutschlands an einem internationalen Militäreinsatz angeboten. Konkret sollen seegestützte Minenabwehr, eine Führungs- und Versorgungsplattform sowie seegestützte Aufklärung bereitgestellt werden. Voraussetzungen sind die nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen, eine völkerrechtliche Grundlage und ein Bundestagsmandat.



