Wittenberg/MZ. Zwei markante Gebäude in Wittenberg stehen seit Jahren leer und bereiten der Stadt aufgrund ihrer Größe und spezifischen Bausubstanz Schwierigkeiten bei der Suche nach einer neuen Nutzung. Die Rede ist vom alten Gefängnis und der ehemaligen Post. Nun haben sich Masterstudenten des Studiengangs Immobilien- und Projektmanagement an der Hochschule Anhalt Gedanken gemacht und konkrete Vorschläge für eine Wiederbelebung der beiden Objekte erarbeitet.
Präsentation vor Stadtvertretern
Am vergangenen Donnerstag stellten die Studierenden ihre Konzepte Vertretern der Stadtverwaltung, der Wiwog (Wittenbergs größtem Wohnungsanbieter) sowie der städtischen Marketing-Gesellschaft vor. Die Ideen zielen darauf ab, den Leerstand zu beseitigen und gleichzeitig einen Mehrwert für die Stadt zu schaffen. Dabei wurden sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt.
Das alte Gefängnis: Vom Knast zum Kulturzentrum
Das ehemalige Gefängnis, das seit rund 60 Jahren ungenutzt ist, lässt sich aufgrund seiner Bauweise nur schwer in Wohnraum umwandeln. Die Studenten schlagen daher vor, das Gebäude zu einem Zentrum für die Kulturszene umzufunktionieren. Denkbar seien Ateliers, Proberäume für Bands, Ausstellungsflächen und ein kleines Café. Damit könnte der Standort zu einem Treffpunkt für Künstler und Kreative werden und gleichzeitig die kulturelle Vielfalt der Stadt bereichern. Zudem könnte das historische Ambiente des Gefängnisses als Alleinstellungsmerkmal genutzt werden.
Die alte Post: Co-Working und Begegnungsstätte
Für die alte Post, ein zentral gelegenes Gebäude, schlagen die Studierenden ein Co-Working-Space-Konzept vor. Gerade in Zeiten zunehmender Digitalisierung und flexibler Arbeitsmodelle bestehe eine hohe Nachfrage nach solchen Arbeitsplätzen. Ergänzt werden könnte dies durch Veranstaltungsräume für Workshops, Seminare oder kleine Messen. Auch eine Kombination mit gastronomischen Angeboten oder einem Coworking-Café sei vorstellbar. Die zentrale Lage mache das Gebäude besonders attraktiv für Start-ups, Freiberufler und kleine Unternehmen.
Positive Resonanz aus der Stadt
Die Vertreter der Stadtverwaltung und der beteiligten Unternehmen zeigten sich interessiert an den Vorschlägen. Man wolle die Ideen nun prüfen und gegebenenfalls in konkrete Planungen einfließen lassen. Die Studenten hätten mit ihren Arbeiten wertvolle Impulse geliefert, die über das reine Leerstandsmanagement hinausgingen. Die Stadt Wittenberg steht vor der Herausforderung, ihre historischen Gebäude zu erhalten und gleichzeitig zeitgemäße Nutzungskonzepte zu entwickeln. Die studentischen Entwürfe bieten hierfür eine vielversprechende Grundlage.
Ob die Vorschläge Realität werden, hängt nun von weiteren Machbarkeitsstudien, Finanzierungsfragen und politischen Entscheidungen ab. Fest steht jedoch: Die Diskussion um die Zukunft der beiden Gebäude ist durch die studentischen Ideen neu belebt worden.



